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14.02.2018, 06:14 Uhr KOMMENTAR

Ist E-Mobilität der Stadt Melle etwas wert?

Kommentar von Michael Hengehold

Camille Jenatzy in seinem Elektroauto La Jamais Contente, 1899. Foto: WikipediaCamille Jenatzy in seinem Elektroauto La Jamais Contente, 1899. Foto: Wikipedia

Melle. Es ist ja nicht so, dass Elektroautos eine besonders neue Erfindung wären,sie existierten schon Ende des 19. Jahrhunderts. Kaum 120 Jahre später soll es nun in Melle E-Ladestationen geben. Wenn es denn der Stadt ein paar Tausend Euro wert ist. Insgesamt ein Trauerspiel, meint unser Kommentator.

Während „das große Gebiet des weiten Landes von Ölmotorfahrzeugen durcheilt“ werden wird, könnte die „ glatte Asphaltfläche der großen Städte von mit Sammlerelektrizität getriebenen Wagen belebt sein“, sagt Oberbaurat a. D. Klose, der Präsident des Mitteleuropäischen Motorwagen-Vereins, voraus. Das war im Jahr 1897. 1897! Damals fuhren immerhin bereits 33 Prozent der Fahrzeuge in den USA elektrisch durch das große Gebiet des weiten Landes. Doch erst 100 Jahre später, als nämlich das Öl knapp wurde, befasste die Autoindustrie sich wieder damit und auch nur halbherzig. In diesem Tempo ging es weiter. Immerhin war damit der Schneckenantrieb erfunden.

Nun also soll es endlich E-Tanksäulen im Stadtgebiet geben, nachdem lediglich der lokale Anbieter Metank bisher in diesen Zukunftsmarkt investierte. Kaum 120 Jahre später. Ein Trauerspiel, zu dem man am liebsten den (Sechs-)Zylinder tragen würde.

Mal schauen, ob der Stadt das denn wenigstens ein paar Tausend Euro wert ist.


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