300.000 Euro für freie Schulen Erhält die Waldorfschule Melle bald Fördergelder vom Landkreis?

Von David Hausfeld

Die Freie Waldorfschule in Melle kann sich möglicherweise über jährliche Fördergelder vom Landkreis Osnabrück freuen. Foto: Freie Waldorfschule MelleDie Freie Waldorfschule in Melle kann sich möglicherweise über jährliche Fördergelder vom Landkreis Osnabrück freuen. Foto: Freie Waldorfschule Melle

Melle. Der Landkreis Osnabrück könnte künftig die Waldorfschule Melle an bisher verwehrten Förderungen beteiligen. Fördergelder in Höhe von 300.000 Euro sollen für allgemeinbildende Schulen in freier Trägerschaft im Landkreis Osnabrück bereitgestellt werden.

In einem Haushaltsantrag haben die CDU/FDP/CDW-Gruppe sowie die SPD/UWG-Gruppe gefordert, die Summe in den Kreishaushalt einzustellen. Teil der Neuregelung soll die Förderung der allgemeinbildenden Schulen in freier Trägerschaft „nach einheitlichen Maßstäben“ sein, sagt Mirco Bredenförder, der für die CDU im Bildungssausschuss des Kreistages sitzt. Laut Bredenförder hat der Ausschuss den Antrag einstimmig angenommen. Der Kreistag wird in seiner nächsten Sitzung am 12. März endgültig über die Vereinheitlichung der Förderungen abstimmen. „Damit werden wir in Zukunft alle Schulen freier Trägerschaft gleichermaßen berücksichtigt“, sagt Bredenförder.

Mit ihrem Anteil an den geplanten 300000 Euro würde die Freie Waldorfschule erstmals Zuschüsse vom Landkreis erhalten. Sie die einzige allgemeinbildende Schule, die bisher nicht durch Mittel des Landkreises gefördert wurde. Alle anderen Schulen dieser Art haben laut Bredenförder dreistellige Summen pro Schüler erhalten.

Grüne Vorreiter

Immer wieder hatte die Waldorfschule mit Unterstützung der Fraktion der Grünen im Kreistag Anträge auf Sachkostenzuschüsse gestellt, sagt Alexa Pelzer, Geschäftsführerin der Meller Waldorfschule auf Nachfrage. Die blieben jedoch ohne Erfolg, mit der immer gleichen Begründung: Die Kontingente an Schulangeboten in Melle seien ausreichend, die Förderung einer weiteren Schule nicht notwendig, berichtet Anna Kebschull, Kreistagsabgeordnete der Grünen und Mitglied im Bildungsausschuss. Kebschull kann diese Begründung nicht verstehen: „Den Ansatz, alle Schule gleich zu behandeln finde ich eigentlich richtig, egal ob die Schule gewollt ist, oder nicht.“ Laut Kebschull ist der aktuelle Antrag so gut wie beschlossene Sache. „Das ist ein positives Signal an die Arbeit der Waldorfschule“, sagt sie. Die Förderung sei gerechtfertigt und lange überfällig, die hohe Nachfrage an der Schule bestätige dies.

Förderhöhe noch unklar

Dem Antrag der beiden großen Fraktionsgruppen sind auch in diesem Fall ein Antrag der Waldorfschule sowie ein daran anknüpfender Antrag der Grünen vorangegangen. Bereits im November 2017 stellte die Freie Waldorfschule Melle erneut einen Antrag auf jährlichen Sachkostenzuschuss. Die Fraktion der Grünen schloss sich diesem Antrag an und forderte Zuschüsse, die mit anderen freien Schulen im Landkreis vergleichbar sind. Das geht aus dem Ende Januar gestellten Antrag der Grünen zum Haushalt 2018 an den Landrat hervor. Demnach solle außerdem die Vereinheitlichung der Regelungen im Landkreis von der Verwaltung erarbeitet werden.

Wie Grünen-Fraktionsgeschäftsführerin Annette Specht unserer Redaktion schilderte, nahmen die Grünen den Antrag in einem eigenen Papier auf, weil er nicht in einer Beratungsliste zu den Haushaltsanträgen Dritter auftauchte – obwohl er dafür vorgesehen war. „Wir wussten, dass die Waldorfschule diesen Antrag gestellt hatte“, sagte Specht. Damit der Antrag der Schule nicht untergeht, habe die Fraktion ihn selber aufgegriffen. „Wir finden es schön, dass wir das mit anstoßen konnten und die Waldorfschule nun hoffentlich ihren berechtigten Zuschuss bekommt“, so Specht.

Wie hoch die Förderung für die Meller Waldorfschule ausfallen würde, steht noch nicht fest. Nach Informationen unserer Redaktion könnte die Schule bei der aktuellen Anzahl von 126 Schülern aber jährlich zwischen 30000 und 50000 Euro an Fördergeldern erhalten.