Serie Meller Hobbyfotografen Dieter Ermshaus hat den Blick für die kuriosen Motive in Melle

Von Karsten Grosser


Melle. Melle und seine Umgebung sind schön. Das beweisen Meller Hobbyfotografen immer wieder mit ihren Bildern auf sozialen Netzwerken oder eigenen Websites. Wir stellen die Menschen hinter der Kamera vor. Dieses Mal: Dieter Ermshaus.

Mit einer Pocketkamera hat alles angefangen. „Ritsch-Ratsch-Klick“, ahmt Dieter Ermshaus das typische Geräusch nach, das solche Fotoapparate beim Auslösen und Spannen machten. Damals, in den 1970er und noch zu Beginn der 1980er Jahre. Schon bald löste mit der Canon AE-1 Programm eine Spiegelreflexkamera das Erstlingsgerät ab und ging mit dem Meller auf Reisen. Heute fotografiert der 65-jährige Ruheständler mit einer Sony Alpha 65. Wobei Ermshaus bescheiden sagt: „Ich möchte mich nicht als Fotograf bezeichnen, sondern eher als Knipser.“ Bei ihm kommt es nicht auf den perfekten Bildaufbau oder die ideale Lichtstimmung an, sondern allein auf das Motiv. „Ich halte fest, was ich schön finde.“

Meller Hobbyfotograf: Dieter Ermshaus.

Wer sich durch die Bilder auf seiner Website meller-knipser.de klickt, gewinnt schnell den Eindruck, Stadtgeschichte mitzuerleben. Nicht im Großen, aber im Kleinen. Ein Blog wie ein Archiv. Ermshaus dokumentiert auf seinen fast täglichen Spaziergängen durch Melle-Mitte die Veränderungen im Stadtbild und hat einen Blick für die heimische Flora und Fauna. Ob Abriss des Jugendzentrums „Altes Stahlwerk“, das Aus für die Kultkneipe „Schmitz“ oder die Restaurierungsarbeiten am Kirchturm St. Matthäus. Ob abhebende Reiher in den Maschwiesen oder Enten auf der Else. Und immer wieder zieht es ihn zum „Meller Balkon“. Zur Aussichtsstelle, von wo aus ihm die Stadt zu Füßen liegt. „Ein traumhafter Ausblick“, sagt Ermshaus über sein Lieblingsmotiv.

Szenerien, die zum Schmunzeln einladen

Es sind aber vor allem die ungewöhnlichen Blickfänge, die aus den Aufnahmen des 65-Jährigen hervorstechen. Ermshaus entdeckt immer wieder Szenerien, die zum Schmunzeln einladen. Wie das Playmobil-Klo auf dem Gehweg, das irgendwer verloren haben muss. Wie ein am Baum aufgehängter Rucksack nahe des Zwickenbachs. Wie ein am Zaun festgebundenes Pferdemodell. Oder wie das Toilettenschild, das regelrecht mit einem Baum verwachsen ist. „Ich fotografiere gerne Kurioses“, sagt der frühere Banker.

Veröffentlichungen im „Meller Kreisblatt“

Seine Bilder veröffentlicht der Meller aber nicht auf der eigenen Homepage, sondern als sogenannter Leserfotograf auch auf der Nachrichtenseite unserer Redaktion: auf noz.de. Als Nutzer mit der Nummer 103376 lädt er regelmäßig Momentaufnahmen aus dem Grönegau hoch – sichtbar für alle Besucher der Website. Nicht selten schaffen es seine Bilder dann auch als Leserfoto der Woche in die gedruckte Ausgabe des „Meller Kreisblatts“. Ein Erfolg, der den VfL-Fan anspornt.

Regal voller selbst gestalteter Fotobücher

Doch Ermshaus fotografiert nicht nur in Melle, sondern auch stets im Urlaub. Unzählige selbst gestaltete Fotobücher stehen im Regal und erinnern an vergangene Reisen. Gemeinsam mit seiner Frau Waltraud ist der Ruheständler am liebsten in Deutschland unterwegs. In München, auf Norderney oder auf der Schwäbischen Alb. Ein Traumziel, das noch wartet, ist das Elbsandsteingebirge. Auf einer solchen Tour wäre dann bestimmt auch das neue 18-300-mm-Zoomobjektiv dabei.

Lesen Sie auch:

Erotische Verwechslung? Warum es bei Niels Wagner die Fotomomente gibt

Was eine Stierkampfarena mit Peter Thiels Fotos aus Melle zu tun hat

Die traurige Geschichte hinter Sebastian Hummels Fotokunst