Ein Crowdfunding-Projekt Graphic Novel aus Melle zur Apollo-11-Mission

Von Christoph Franken


Neuenkirchen. Den 21. Juli 1969 wird der Neuenkirchener Künstler Peter Eickmeyer nie vergessen: Der damals Fünfjährige wurde von seinem Vater frühmorgens aus dem Bett geholt, um die live im Schwarz-Weiß-Fernsehen übertragene Mondlandung sehen zu können. Seitdem hat ihn das Thema Raumfahrt nicht mehr losgelassen.

Das zeigt auch Eickmeyers neuestes Vorhaben: Im nächsten Jahr soll seine neueste Graphic Novel zum 50. Jahrestag der Mondlandung erscheinen. „Damals sah ich nur zwei komisch gekleidete Männer auf unscharfen Fernsehbildern, die komisch hüpften“, erinnerte er sich in seinem Neuenkirchener Atelier, wo momentan unübersehbar das Thema Raumfahrt vorherrscht und erste großformatige Aquarelle entstehen.

„Der zweite Mann“

Die neue Graphic Novel wird den Titel tragen „Der zweite Mann“. Der zweite Mann auf dem Mond, also Edwin „Buzz“ Aldrin statt des weltberühmten Neil Armstrong. Warum? „Weil den Ersten jeder kennt, den Zweiten schon weniger und den Dritten gar keiner“, erklärte Eickmeyer. Ihm sei es wichtig, in seinem Buch die Geschichte der Mondlandung aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Da sei zum einen der an Fakten orientierte Handlungsstrang der Apollo- 11-Mission. Der zweite Strang aber schildere die Ereignisse aus Sicht von Aldrin. Außerdem würden noch fiktionale Randgeschichten erzählt.

Bild an Bord der MIR

Der Neuenkirchener hat gemeinsam mit seiner Frau Gaby von Borstel bereits zwei Graphic Novel („Im Westen nichts Neues“ und „Liebe deinen Nächsten“ mit großem Erfolg auf den Markt gebracht und beide arbeiten gerade auch am dritten Werk „Simplicius Simplicissimus“. Außerdem war Eickmeyers Kunst tatsächlich schon einmal im All: 1995 flog eines seiner Bilder gemeinsam mit 19 anderen zur russischen Raumstation MIR. „Das war die schlechtbesuchteste Ausstellung, an der ich je teilgenommen habe, lachte er.

Neuer Finanzierungsweg

Der für Eickmeyer ganz typische Malstil findet sich auch jetzt wieder. Trotzdem schuf er einen modernen künstlerischen Look. So scannt er die Tuschezeichnungen und koloriert sie am Rechner. Die „eigene illustrative Ästhetik“ soll so auch ein jüngeres Publikum ansprechen.

Völlig neue Wege geht Eickmeyer bei der Realisierung, sprich Finanzierung. Erstmals ist es ein Ein-Mann-Projekt ohne einen Verlag im Hintergrund. „Stattdessen will ich über Crowdfunding im Internet mindestens 35.000 Euro sammeln“, berichtete er. Sollte mehr Geld zusammenkommen, soll noch eine Animation für Smart Phones oder Tablets realisiert werden. Die Crowdfunding-Kampagne auf „Kickstarter“ wird in Kürze freigeschaltet.

Ein vertontes Appetithäppchen ist hier abrufbar