Gute Laune ist garantiert Märchenhaftes beim Karneval der KFD in Melle

Von Petra Ropers


Melle. In ein rege frequentiertes „Strandcafé am Wannsee“ verwandelte sich am Sonntag das Gasthaus Kellersmann. Im bunt geschmückten Saal servierten die Aktiven der KFD den vielen Besucherinnen mit „Gessem helau“ Närrisches zur Kaffeetafel.

Eigentlich wollten sie ja nach Bad Rothenfelde zum Tanztee. Stattdessen verschlug es Adalbert und Adele, alias Elisabeth Weßler und Petra Timpe, zum bunten Nachmittag der KFD. Als versiertes Moderatoren-Duo führten sie durch ein Programm, das dem Motto des Nachmittags gemäß „lustig, fröhlich, mit viel Radau“ für närrisch gute Laune sorgte. Spritzige Tanzeinlagen, heitere Sketche und viel Witz aus der Bütt verwandelten den Saal in eine Hochburg jecken Frohsinns.

Abmagerungskur

Dabei war Josefine Vossel eigentlich gar nicht zum Lachen zumute. Das schmutzige Geschirr türmt sich in der Badewanne, der Wischmopp verstopft den Abfluss: Wer bislang plante, einmal ohne den Gatten in Urlaub zu fahren, wurde aus der Bütt schnell eines Besseren belehrt. Ob sich die Gemeinschaftsurinprobe, die Patient Anni Hörsting der Ärztin Gisela Raude zur Untersuchung anvertraute, zur Nachahmung eignet, blieb vorsorglich offen.

Springende Lammkoteletts

Dafür hielt Brigitte Breeck jedoch interessante Ratschläge für all jene bereit, die ihren überflüssigen Pfunden den Kampf ansagen wollen: Wer nach einer Hungerkur mit knurrendem Magen im Bett liegt und statt Schäfchen zu zählen nur noch springende Lammkoteletts sieht, der sollte es alternativ mit einer Badewanne voll Pril versuchen. Das löst bekanntlich selbst das hartnäckigste Fett. Das diätgeplagte Opfer der „Abmagerungskur“ setzte allerdings lieber auf die Kneipp(en)-Kur. Die Jugendschola enthüllte unterdessen die wahre Natur der Pfunde: „In jeder Frau steckt ein Stück Hefe.“

Zähne im Kuki-Wasser

Opa bettelt, Oma hat Bedenken. Schließlich sind beide nicht mehr die Jüngsten. Und die Zähne liegen auch längst im Kuki-Wasser. „Noch einmal so wie früher?“ Ein Schelm, wer Zweideutiges bei der abendlichen Diskussion von Anni Hörsting und Gisela Raude dachte. Mutmaßlichen Einbrechern spürten Susanne Hasemann und Annette Niekamp nach. Spätestens seit Sonntag ist auch klar, dass die vermeintlich harmlosen Fahrwasser der deutschen Grammatik gefährliche Untiefen verbergen. Im „Strandcafé am Wannsee“ geriet der Versuch, einem Berliner die richtige Verwendung von „mir“ und „mich“ zu vermitteln, jedenfalls schnell außer Kontrolle.

Funkenmariechen

Ein buntes Unterhaltungsprogramm stellte die KFD für die Gesmolder Närrinnen zusammen. Und zu dem trug auch der Nachwuchs bei: Mit tänzerischem Elan stürmten die „Super Girls“ und „Super Boys“ von Viktoria Gesmold die Bühne. Für bunte Farbtupfer im närrischen Geschehen sorgten mit immer neuem Outfit die Funkenmariechen der KFD. Den lachmuskelstrapazierenden Höhepunkt sparten sich die Aktiven jedoch für den Programmschluss auf. Seither ist endlich klar, wie es wirklich zuging im Grimm’schen Wald.

Dass Rotkäppchen und der Wolf in Wahrheit „Griechischen Wein“ zusammen tranken, hatten Eingeweihte allerdings längst geahnt. Der Jäger empfiehlt sich als „Märchenprinz“, die Großmutter findet „Wölfe sind Schweine“. Und der so Abgewiesene klagt nach einem Zusammenprall mit einem Trecker „Und heut‘ Abend hab‘ ich Kopfweh“: Den frenetischen Jubel ihrer Fans hatten sich die Märchenheldinnen der „Runter vom Sofa“-Gruppe mehr als verdient.