Zwei- und mehrdeutig Bernd Thye sinniert in Melle über Gott

Von pm/awe

Liest, erzählt und sinniert am Sonntag in der Insel der Künste: Autor Bernd Thye aus Buer. Foto: Insel der KünsteLiest, erzählt und sinniert am Sonntag in der Insel der Künste: Autor Bernd Thye aus Buer. Foto: Insel der Künste

Melle. Zu einem „Gespräch mit: über Gott“ lädt die Insel der Künste an Sonntag, 18. Februar ein. Ab 17.30 Uhr widmet sich Autor, Vorleser und Überspitzer Bernd Thye aus Buer dem vielschichtigen Thema.

Als Autor ist Bernd Thye in einem breiten Spektrum unterwegs. Es sind einerseits journalistische Texte über Kunst, Kultur und alternativmedizinische Themen, aber auch kleine Essays zu gesellschaftlichen und politischen Fragen. Darüber hinaus verfasst er Sachbücher zu ebenfalls alternativmedizinischen Themen.

Seine Leidenschaft aber sind skurrile Geschichten, scheinbar unwirklich aber gerade deshalb ein Spiegelbild des Realen. Hier verpackt er gekonnt und ironisch seine Kritik an bestehenden Zu- und Umständen, am Alltagsgeschehen ebenso wie an gesellschaftlichen Abläufen und Veränderungen.

Er hebt gerne mal den Zeigefinger, aber eher im Wilhelm Buschchen Sinne, nicht als Besserwisser und Belehrender. Gerne stellt er solche Fragen, deren Antworten unausweichlich sind. Nicht umsonst verfügt er über einen reichen Schatz an nachdenklichen, humorvollen und kritischen Sprüchen, Metaphern und Aphorismen.

Bernd Thye liebt das Spiel mit Worten: Hintersinnig, zwei- und mehrdeutig, immer auch als Eizelle eines neuen Gedankens gebraucht – Denkmal oder denk mal am Denkmal oder wegen des...

Engagierte Texte

Nicht nur Prosatexte haben es ihm angetan. In Gedichten verarbeitet er eine Menge eigener Erfahrungen und Erlebnisse, lässt Gefühlen freien Lauf und Gedanken eine Wohnstatt in seiner Sprache. Sein Gedichtband „Lasst uns wieder aufstehn“ ist auch eine Abrechnung und eine Reminiszenz zugleich an seine Generation. Man merkt ihm in vielen seiner engagierten Texte den 68er an, nicht angepasst, immer hinterfragend, kritisch und wach und immer am Puls der Zeit, eben auch der heutigen.

Als Vater und Großvater liegt es nahe, dass aus seiner Feder auch Kindergeschichten fließen. So sind sie Eisenbahnmäuse SamSon und Mittwoch beispielsweise die Helden lehrreicher, überraschender und spannender Geschichten von Reisen durch das Land, die voller ganz alltäglicher Situationskomik sind.

So nebenbei legt der Hundeliebhaber dann noch seinem englischen Cockerspaniel Sokrates den ein oder anderen Gedanken aus Sicht des Hundes zum Menschen in die Schnauze – als Ergänzung zum Philosophiestudium quasi.

Die Erzählung „Gespräch mit: über Gott“ erscheint im März 2018 zur Leipziger Buchmesse. Die Veranstaltung am Sonntag wird begleitet von Improvisations-Musik von Hildrun Balz und Dieter Osuch. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.