Jeden Tag ein anderes Bild Gerüst von Meller Kirche wird abgebaut

Von Simone Grawe

Die Sanierung der St. Matthäus Kirche ist abgeschlossen. Derzeit wird das Gerüst abgebaut. Der neue Turm ist bereits freigelegt. Foto: Simone GraweDie Sanierung der St. Matthäus Kirche ist abgeschlossen. Derzeit wird das Gerüst abgebaut. Der neue Turm ist bereits freigelegt. Foto: Simone Grawe

Melle. Wer in diesen Tagen den Blick zur St. Matthäus-Kirche schweifen lässt, erlebt immer wieder spannende Momente. Nach der umfangreichen Sanierung wird derzeit das Gerüst sukzessive abgebaut.

Es ist eine Arbeit in schwindelerregender Höhe, die die Gerüstbauer derzeit erledigen; für die Mitarbeiter zwar Routine, dennoch nicht alltäglich, denn eine Kirchensanierung ist alles andere als ein Tagesgeschäft.

„Zehn Meter des Gerüstes haben wir schon abgebaut, jetzt müssen wir aber eine Pause einlegen, denn dort oben ist es glatt“, erklärt ein Kollege. Somit gab es am Donnerstag aufgrund der Witterung eine Zwangspause. Am Freitag setzten die Fachleute dann ihre Arbeit fort, die sie mit dem Aufzug in luftige Höhe führte.

Im Sommer, wenn das Wetter offen ist, lasse sich abschätzen, wie lange es dauert, ein Gerüst abzubauen, nicht jedoch bei der derzeit herrschenden Kälte. Zwangspausen seien notwendig; von daher sei ein Abschluss noch nicht abzusehen, äußert sich einer der Gerüstbauer.

Neuer Glanz

„Der Abbau ist ein spannender Prozess“, betont Bauingenieur Hubert Ronne. Nachdem die umfangreiche Sanierung nun offiziell abgeschlossen sei, werde jetzt erst erkennbar, in welch neuem Glanz das ehrwürdige Gotteshaus erstrahlt: „Es ergibt sich ein ganz neues Bild. Wenn das Wetter mitspielt, wird in etwa eineinhalb Wochen sichtbar, was sich hinter dem Gerüst verbirgt: Eine ganz neue Ansicht“, berichtet Hubert Ronne.

Als glücklichen Umstand bewertet er die Tatsache, dass die Renovierung von einem milden Winter begleitet wurde: „Hätte sich der Frost auch nur 14 Tage vorher eingestellt, hätte das Kupfer des Daches nicht bearbeitet werden können. Wir sind sehr froh, dass alles so gut geklappt hat. Nicht zuletzt konnten wir somit unnötige Kosten für die Gerüstmiete sparen“, freut sich der Bauingenieur mit Blick auf das Säckel.

Ziffern blinken

Und das nicht ohne Grund, denn die Sanierung gestaltete sich weitaus kostspieliger als geplant. Dass die Kupferhaube mit einem finanziellen Aufwand von 300 000 Euro saniert werden müsse, war ebenso unvorhersehbar wie die Turmsanierung, die sich als aufwendiger erwies als zunächst geplant. Hinzu kam die Renovierung des Dachstuhls. Von den Gesamtkosten in Höhe von 650 000 Euro sind gegenwärtig 420 000 Euro aufgebracht. Die Restsumme möchte die Kirchengemeinde durch eine weitere Werbeaktion einholen.

Unterdessen gibt auch die von der Firma Korfhage instandgesetzte Uhr wieder die Zeit an. Die blank geputzten, goldenen Zifferblätter blinken voller Schönheit durch das grüne Netz hindurch.