Radierung soll Einführung beflügeln Fahrtwind für die alten Kennzeichen

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Setzen ein Zeichen für die Wiedereinführung der Nostalgie-Kennzeichen: Eberhard Splete, Reinhard Klinik, Erdmute Wobker, Heiner Rössler, Anna-Margaretha Stascheit und Jürgen Krämer. Foto: Simone GraweSetzen ein Zeichen für die Wiedereinführung der Nostalgie-Kennzeichen: Eberhard Splete, Reinhard Klinik, Erdmute Wobker, Heiner Rössler, Anna-Margaretha Stascheit und Jürgen Krämer. Foto: Simone Grawe

Melle. Die Diskussion um die Wiedereinführung der Nostalgie-Kennzeichen nimmt weiter Fahrt auf. Auf Initiative des Vereins Osnabrücker Landkultur hat Reinhard Klink eine heimatverbundene Radierung erstellt, die dem Thema neuen Drive geben soll.

„Wir wünschen uns die alten Kennzeichen zurück“, betonten Anna Stascheit, Erdmute Wobker und Jürgen Krämer bei der Präsentation des kleinen Kunstwerks an sinnträchtiger Stelle im Automuseum: „Wir sehen uns durch unser vielfältiges Engagement als weltoffen und Verfechter des Osnabrücker Landes, wünschen uns bei einer Wahlmöglichkeit als überzeugte Meller Bürger umgehend das MEL-Kennzeichen zurück“, untermauern die drei Vorstandsmitglieder.

Heimatverbundenheit

Die Radierung, die von den vier Fahrzeugkennzeichen für Melle (MEL-LE), Bad Essen (WTL-BE), Bohmte (WTL-BO) und Ostercappeln (WTL-OC) geprägt ist, wurde in einer limitierten Auflage von 30 Exemplaren aufgelegt.

Sie trägt den Namen „Heimatverbundenheit zeigen - Altkennzeichen fahren“ und soll die Wiedereinführung der Nostalgie-Kennzeichen weiter beflügeln. Kein verstaubtes Nostalgie-Gefühl, sondern echte Heimatverbundenheit: Diese Auffassung vertritt der erst vor wenigen Monaten gegründete Verein Osnabrücker Landkultur, und mit dieser Meinung steht er nicht allein auf weiter Flur. So hat sich zum Beispiel der Meller Rat im Juni einstimmig für eine Wahlfreiheit ausgesprochen, und insbesondere Bürgermeister Reinhard Scholz gilt als Befürworter der alten Kennzeichen.

Es sei gut und richtig, die Dachmarke Osnabrücker Land weiterhin zu pflegen, erklärte Jürgen Krämer. Gleichwohl sei es wichtig, auch 46 Jahre nach der kommunalen Neugliederung Identität in den Kommunen und für die Kommunen vor Ort zu stiften: „Und dafür bieten die Alt-Kennzeichen ein hervorragendes Medium“, ergänzte Anna Stascheit.

Dass aus der Diskussion um die alten Kennzeichen ein Kunstwerk entstand, ist dem Zufall zu verdanken: Am Rande einer Vernissage in Bad Essen kamen dessen Bürgermeister Timo Natemeyer, Jürgen Krämer und Erdmute Wobker ins Gespräch über die alten Kennzeichen. Spontan entwickelte die Runde dann die Idee, Reinhard Klinik mit einer Radierung zu beauftragen, die die MEL- und WTL-Kennzeichen in einen visuellen Bezug zum Grönegau und Wittlager Land stellen sollte.

Beflügelt von dem Auftrag griff Klink noch am gleichen Abend zum Bleistift und fertigte eine vielsagende Skizze an. Sie bildete die Grundlage für einen ausdrucksstarken Entwurf, den der Künstler gut vier Wochen später dem Vorstand des Vereins vorlegte: Er fand die ungeteilte Zustimmung, sodass Klink jetzt die endgültige Radierung präsentieren konnte.

Sie zeigt neben den alten Kennzeichen markante Gebäude der jeweiligen Kommunen. Abgebildet sind unter anderem die beiden Meller Kirchen, das Bad Essener Rathaus, die Burg Wittlage und das Bohmter Rathaus. Die Radierung ist im Atelier am Markt in Melle, im Automuseum und bei Hollenberg & Hiese in Bad Essen erhältlich. Im März berät der Kreistag über die Alt-Kennzeichen. Das Abstimmungsergebnis ist völlig offen. Einen Fraktionszwang gibt es nicht.


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