Helfen, trösten, Streit schlichten „Pausenengel“ helfen in Meller Grundschule

Von Petra Ropers

Freuen sich auf ihren ersten Einsatz in der Grundschule am Engelgarten: die „Pausenengel“ mit Praktikantin Julia Sitz, Schulleiter Michael Nier und Schulsozialarbeiterin Petra Hübner. Foto: Petra RopersFreuen sich auf ihren ersten Einsatz in der Grundschule am Engelgarten: die „Pausenengel“ mit Praktikantin Julia Sitz, Schulleiter Michael Nier und Schulsozialarbeiterin Petra Hübner. Foto: Petra Ropers

Melle. In der Grundschule am Engelgarten schauen ab sofort Engel nach dem Rechten: „Pausenengel“ nennen sich – in sinnreicher Namensverwandtschaft mit ihrer Schule – die sieben Viertklässler, die sich in den Unterrichtspausen für ihre Mitschüler engagieren.

Ein halbes Jahr dauerte für sechs Schülerinnen und einen Schüler die Ausbildung im Rahmen eines AG-Angebotes durch Schulsozialarbeiterin Petra Hübner. Als Mitarbeiterin der VHS Osnabrücker Land ist sie seit einem Jahr im Projekt „Sozialpädagoginnen an Schulen“ des Landkreises in der Grundschule am Engelgarten tätig. Unterstützt wurde sie in der AG von Julia Sitz, Praktikantin der Fachoberschule Melle.

„Wir wollen anderen helfen“, sind sich die „Pausenengel“ einig, die von den anderen Schülern ganz leicht an ihren leuchtenden Warnwesten erkannt werden können. Helfen, trösten, Streitereien schlichten, hier mal ein Kühlpäckchen für kleinere Verletzungen besorgen, dort ein Kind zur aufsichtführenden Lehrkraft begleiten: Das mögliche Aufgabenspektrum ist breit, hat allerdings auch klare Grenzen. „Man muss immer heile bleiben“, zitierten die „Engel“ den wichtigsten Lehrsatz ihrer Ausbildung.

Engel beschützen

Droht ein Streit also außer Kontrolle zu geraten und handgreiflich zu werden, muss umgehend eine Lehrkraft hinzugezogen werden. Situationen richtig einschätzen zu lernen, war ein wesentlicher Bestandteil ihrer Ausbildung. „Engel helfen, beschützen, sind freundlich zueinander und hilfsbereit“, so die Vorstellungen der Schüler. Und in diesem Sinne sind Melike, Zofia, Ceylin, Niklas, Felicity, Vina und Denisa nur zu gerne bereit, Verantwortung zu übernehmen.

„Das Beste ist, dass man anderen Kindern ein sicheres Gefühl geben kann“, freuen sich die „Engel“ schon auf ihren ersten Einsatz. Aber sie wissen auch, dass die Reaktionen ihrer Mitschüler nicht immer nur positiv ausfallen werden.

AG wird fortgesetzt

Der Umgang mit Konflikten, vielleicht sogar mit Ablehnung war deshalb ebenso ein wichtiger Bestandteil ihrer Ausbildung. Im zurückliegenden Halbjahr erlernten sie dafür nicht nur Gesprächstechniken, sondern erarbeiteten immer wieder auch schwierige Situationen und mögliche Lösungen in Rollenspielen.

Und natürlich treffen sich die „Pausenengel“ weiterhin mit Schulsozialarbeiterin Petra Hübner, um sich auszutauschen, Rat zu holen und eventuelle Probleme aufzuarbeiten. „Es ist gut, wenn Schüler selbst Verantwortung übernehmen“, findet auch Schulleiter Michael Nier. In diesem Halbjahr findet erneut eine „Pausenengel“-AG statt. Die jungen Teilnehmer sind mit ihrer Ausbildung dann rechtzeitig fertig, um von ihren – dann auf die weiterführenden Schulen wechselnden – Vorgängern die „Pausenengel“-Westen zu übernehmen.