Lidl-Umzug schwächt Bruchmühlen Zoff um neues Einkaufszentrum in Melle

Von Marita Kammeier


Melle. Das geplante Einkaufszentrum an der Bruchstraße in Bruchmühlen ist zwar noch in der Entwicklungsphase, doch es sorgt schon jetzt bei Niedersachsen und Westfalen für reichlich Diskussionsstoff.

Knackpunkte sind der Umzug von Lidl, die kritische Verkehrssituation sowie eine Verschiebung des Zentrums.

Seit 2000 ist der Lebensmitteldiscounter Lidl im niedersächsischen Stadtteil von Bruchmühlen ansässig. Jetzt ist die 800 Quadratmeter große Verkaufsfläche zu klein geworden, und die Lidl-Regionalgesellschaft Westerkappeln will expandieren, um ihren Kunden in Zukunft eine moderne Einkaufsstätte zu bieten. Der geplante Neubau soll 600 Meter weiter im westfälischen Stadtteil gegenüber dem Komplex Edeka, Aldi und Sparkasse entstehen (wir berichteten).

Die aktuelle Situation sieht jedoch so aus, dass ein komplettes Einkaufszentrum mit Geschäften und Fachmärkten gebaut werden soll. Rödinghausens Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer erklärte dazu: „Kommt das Einkaufszentrum überhaupt? Momentan sind wir noch in der Planungs- und Entwicklungsphase mit verschiedenen Projektideen und Konzepten. Wir versuchen zurzeit, von Grundstücksbesitzern die Verkaufsbereitschaft für fünf Grundstücke zu sichern.“

Fakt sei jedoch, so Vortmeyer, dass ein niedersächsischer Investor und Bauträger sein Interesse signalisiert habe, an der Bruchstraße einen Drogerie-, Textil- und Discountmarkt zu errichten. Namhafte Filialisten hätten bereits ihren Ansiedlungswunsch bestätigt.

„Verteilung passt nicht“

„Unser Ziel ist es, Natur, Naherholung und Einkaufen in Einklang zu bringen“, betonte der Bürgermeister mit Blick auf den derzeit forstwirtschaftlich genutzten Wald in Privatbesitz. Der ältere Waldbestand soll erhalten bleiben. Wenn Waldflächen wegfallen, so werde dafür an anderer Stelle im Gemeindegebiet Wald aufgeforstet, versprach Ernst-Wilhelm Vortmeyer.

„Die Verteilung passt nicht mehr. Das Gleichgewicht im Zentrum wird mit dem Einkaufszentrum geschwächt“, erklärte Ortsbürgermeister Axel Uffmann, der nichts mehr fürchtet als Leerstände, denn auch das in der Nachbarschaft des Lidl-Marktes gelegene Handwerkerzentrum wird ausziehen.

„Wir geben nicht auf. Im Rahmen der Dorfentwicklung sollen die Meller Stadtteile mit einer ortsnahen Daseinsversorgung gestärkt werden.“ Axel Uffmann wies auch auf die heute schon schwierige Verkehrssituation hin: „Bei einer Konzentrierung von Lebensmittelmärkten wird der Verkehrsfluss an der Bahnlinie und im Kreisel noch kritischer.“ Der Ortsbürgermeister sieht den Neubau noch nicht als endgültig an und erinnerte in dem Zusammenhang an das vor Jahren geplante, jedoch nie realisierte Fachmarktzentrum.

Die Gemeinde Rödinghausen plant als nächsten Schritt eine Infoveranstaltung für die Bürger. Zur Verkehrssituation erläutert Vortmeyer: „Mit dem Brückenbauwerk an der Osnabrücker Straße wird es bereits zu einer Entlastung kommen.“ Auch die Pläne zur Untertunnelung der Bahnlinie an der Bruchstraße würden weiter verfolgt.