IHK und Stadt unterstützen Melles Handel stellt sich der Digitalisierung

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Die Digitalisierung im Handel wollen voranbringen: Hartwig Grobe, Reinhard Scholz, Ralf Küchenmeister, Marco Graf, Josef Theising und Anke Schweda. Foto: Falk Hassenpflug.Die Digitalisierung im Handel wollen voranbringen: Hartwig Grobe, Reinhard Scholz, Ralf Küchenmeister, Marco Graf, Josef Theising und Anke Schweda. Foto: Falk Hassenpflug.

Melle. Die Digitalisierung des Meller Einzelhandels wollen die Industrie- und Handelskammer (Osnabrück) und die Stadtverwaltung Melle unterstützen. Der Hintergrund: Mehr als ein Drittel des gesamten Einzelhandelsumsatzes der Region wird in Melle und sechs weiteren Mittelzentren erwirtschaftet.

Das ist das Ergebnis des aktuellen IHK-Digitalisierungsreports, der jetzt von Fachleuten im Rathaus besprochen wurde. An der Runde nahmen IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf, Bürgermeister Reinhard Scholz, der städtische Wirtschaftsförderer Hartwig Grobe, Ralf Küchenmeister vom Vorstand der Werbegemeinschaft Melle-City, Josef Theising vom Vorstand des Stadtmarketingvereins und IHK-Geschäftsbereichsleiterin Anke Schweda teil.

Alle waren sich einig: Die Digitalisierung schreitet auch im regionalen Einzelhandel rasch voran. Der neue IHK-Digitalisierungsreport analysiert diese Entwicklung in den drei Landkreisen Osnabrück, Emsland und Grafschaft Bentheim mit Blick auf die Mittelzentren. „Das zeigt, welche Bedeutung diese Städte haben“ hoben Graf und Scholz hervor.

Mit Internetpräsenz

Die Ergebnisse der Analyse im Einzelnen: Fast jedes befragte Unternehmen in der Region verfügt über eine Internetpräsenz (90 Prozent) und ist damit zumindest sichtbar. Dass der Online-Handel im ländlichen Raum tatsächlich angekommen ist, zeigt, dass 28 Prozent aller in der Region befragten Betriebe über eigene Online-Shops oder andere digitale Vertriebsformen verfügen. Dies gilt auch für Melle: Der Anteil der Unternehmen mit Internetpräsenz liegt hier bei über 70 Prozent. Fast jeder fünfte Betrieb betreibt einen Onlineshop. Auch die Breitbandversorgung mit höheren Bandbreiten (> 30 Mbit/s) ist überwiegend gegeben.

Wenig Leerstand

Parallel dazu hatte die IHK die Nutzungsstruktur der Innenstadtimmobilien erhoben: Im Ergebnis liegt der Handelsbesatz in Melle bei guten 50 Prozent und die Leerstandsquote beträgt nur drei Prozent. „Melle gehört damit zu den wichtigen Handelsstandorten im IHK-Bezirk“, stellte der Hauptgeschäftsführer fest. Damit das so bleibe, müssten die Möglichkeiten digitaler Technologien mit den stationären Angeboten intelligent verknüpft werden.

Strategie fehlt

Dabei sieht nach den Worten von Ralf Küchenmeister auch seine Branche in den nächsten Jahren große Umwälzungen auf sich zukommen. Zudem zeigt der Report auf, dass über die Hälfte der von der IHK befragten Händler in der Region noch über keine Digitalisierungsstrategie verfügen. Nur zwölf Prozent weisen zudem ein Budget für Investitionen in die Digitalisierung auf. Als größte Hemmnisse wurden von den Betrieben Zeitmangel, erhöhter Schulungsbedarf und rechtliche Unsicherheiten genannt. „Diese Ergebnisse belegen konkreten Handlungsbedarf“, erklärte Graf.

Er verwies auf ein neues Instrument, nämlich den neu eingeführten Ausbildungsberuf „Kauffrau/-mann für E-Commerce“, von dem auch die Einzelhändler in der Region profitieren würden. Graf kündigte zudem an, dass die IHK die Digitalisierung des Einzelhandels in ihrem Projekt „Mittelzentren-Monitor“ aufgreifen werde. Ein solches Monitoring biete eine Grundlage sowohl für politisches Handeln als auch für Investitionsentscheidungen des Einzelhandels.


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