„Um ein paar Plätze steigern“ Gespräch mit SCM-Trainer Twyrdy über Rückrundenziele

Von Heike Dierks


Vorbereitungs-Endspurt für Fußball-Landesligist SC Melle. Wir sprachen mit Trainer Roland Twyrdy über die erste Saisonhälfte des aktuellen Tabellensechsten und die Marschroute für die kommenden Monate.

Melle. An diesem Sonntag um 17 Uhr steht bei Westfalen-Landesligist Tengern der letzte Härtetest an, ehe am 18. Februar gegen den TSV Oldenburg die Rückrunde für den Grönegauer Fußball-Landesligisten beginnt.

Herr Twyrdy, wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Vorbereitung und dem Auftreten Ihres Teams in den Testspielen? Woran wird noch gearbeitet?

Wir hatten bisher gute Bedingungen und konnten das Trainingsprogramm trotz des Wintereinbruchs komplett durchziehen. Bei dieser Witterung zeigt sich besonders, wie wichtig der Kunstrasen ist. Auch mit dem Fitnesszustand der Spieler bin ich zufrieden. Die Ergebnisse der Testspiele waren in Ordnung, auch wenn sie nicht maßgeblich sind. Wir haben drei Spiele gewonnen (jeweils 2:1 gegen Bohmte und Lüstringen und 3:0 gegen Voxtrup; die Redaktion). Auch gegen Regionalligist Rödinghausen haben wir trotz der 2:5-Niederlage ein gutes Spiel abgeliefert. Wir haben grundsätzlich aber noch Luft nach oben. In dieser letzten Phase vor dem Pflichtspielstart gehen wir in den normalen Rhythmus mit drei Trainingseinheiten pro Woche über. Wir trainieren verstärkt Standards, Schnelligkeit, Spritzigkeit und den Torabschluss. Auch an der Feinabstimmung arbeiten wir noch und hoffen, dass wir so gut gerüstet sind.

Wie beurteilen Sie die Hallenauftritte Ihrer Mannschaft?

Es gab keine Verletzten, das ist das Wichtigste. Wir haben den prestigeträchtigen Hüggelcup und die Meller Stadtmeisterschaften gewonnen. Beim Masters der besten Hallenteams der Region hatten wir eine sehr starke Gruppe. Es hat nicht ganz gereicht für die Finalrunde, aber wir haben uns gut verkauft, zumal uns am Finaltag wichtige Spieler fehlten.

Wie steht es um die Kaderplanungen für die neue Saison und um die seltener zum Zuge kommenden Youngster, die vorigen Sommer zum Team gestoßen sind?

14 Spieler des aktuellen Kaders haben bereits für die neue Spielzeit zugesagt. Wir sind weiter in Gesprächen, auch mit Akteuren von außerhalb. Es ist verständlich, dass einige, die bei uns derzeit in der zweiten Reihe stehen, an eine Veränderung denken. Wir werden versuchen, entstehende Lücken durch Externe zu schließen und auch wieder ein, zwei vereinseigene Talente an die Mannschaft heranzuführen.

Unsere bereits zum Team gehörenden jungen Spieler sind alle sehr talentiert. Sie merken, dass der Sprung in die Landesliga sehr groß ist und sie Geduld haben müssen. Jonas Schmeiduch hat sich entschieden, im Sommer nach Gesmold zurückzugehen. Bei Lucas Kruse müssen wir abwarten, ob es ihn berufsbedingt eventuell wegzieht.

Welchen Eindruck haben Sie von Stürmer David Schulte-Südhoff, dem einzigen SCM-Neuzugang des Winters?

Er ist ein Glücksfall, wir werden sicher viel Freude an ihm haben. David hat bei Spelle-Venhaus eine gute Ausbildung genossen. Er wird uns auf Anhieb weiterhelfen, gerade auch vor dem Hintergrund, dass Stürmer Joshua Sausmikat nach Nordhorn zurückgegangen ist.

Werden die Langzeitverletzten dem SCM irgendwann wieder weiterhelfen können?

Lukas Empen laboriert seit drei Jahren an einer komplexen Knieverletzung. Mit seiner Rückkehr ist nach aktuellem Stand leider wohl nicht zu rechnen. Christian Franke ist nach seinem zweiten Kreuzbandriss inzwischen zwei Jahre raus aus dem Fußballbetrieb. Er wird es ab April aber noch einmal probieren, wieder einzusteigen. Bei Jonne Fischer habe ich große Hoffnung, dass er uns nach Auskurieren seines zweiten Kreuzbandrisses erhalten bleibt. In dieser Rückrunde wird er wohl nicht mehr zum Einsatz kommen. Aber in der neuen Saison dürfte er eine große Verstärkung für uns werden.

Wie fällt Ihre Hinrundenbilanz aus?

Viele haben uns nach der überragenden Vorsaison (die der SCM als Tabellendritter abschloss) auch in diesem Jahr weit oben gesehen. Der aktuelle sechste Platz ist solide und im Rahmen des Erwartbaren, aber nicht berauschend. Wir mussten in dieser Hinserie einige Leistungsträger ersetzen, während wir in der Vorsaison fast komplett durchspielen konnten. Wir haben in der Abwehr einige Probleme gehabt, mussten wegen Verletzungen oder Sperren von Lars Martinetz, Jannik Reineke, Yannick Persson und Manuel Stegmann immer wieder umbauen, dadurch waren wir nicht so stabil. Im Mittelfeld sind wir sehr gut besetzt, egal ob Lukas Kleine-Kalmer, Jonas Strehl oder Jan Lehm-kuhl im Zentrum spielen. Auf den Flügeln sind wir ebenfalls gut aufgestellt. Stürmer Yakup Akbayram spielt bisher eine gute Saison, überragt aber nicht so wie im Vorjahr. Auf der Torwartposition haben wir eine komfortable Situation: Florian Munz und Nils Radke zählen zu den Besten der Liga. In der Vorsaison haben wir als Team gut verteidigt, dahin müssen wir zurückkommen. Ich hoffe, dass wir durch eine besser eingespielte Viererkette wieder mehr Stabilität erlangen und mal wieder zu null spielen.

Welche Spieler waren in den ersten Monaten besonders auffällig?

Jonas Strehl, unser Gewinner des Fußball-Leos, ist seit seinem Wechsel nach Melle zu einer festen Größe und einem Leistungsträger im Herzen des Spiels gereift. Aber er hat immer noch Steigerungspotenzial. Stürmer Burak Azattemür hat sich taktisch deutlich weiter entwickelt und arbeitet jetzt besser nach hinten, dadurch ist er noch wertvoller geworden.

Was sind die Ziele für die Rückserie und Ihre Pläne für die Zeit danach?

Wir hoffen, dass wir uns mit möglichst vollem Kader ohne weitere Verletzte noch um ein paar Tabellenplätze steigern können und irgendwo zwischen Rang drei und fünf landen. Das wäre eine sehr gute Leistung. Für Endposition drei wäre eine kleine Siegesserie nötig.

Konkrete Ziele für die kommende Saison kann ich erst nennen, wenn die Kaderplanungen abgeschlossen sind. Aber grundsätzlich wollen wir weiter guten und möglichst erfolgreichen Landesligafußball bieten. Und das Team würde irgendwann auch gerne in die Oberliga hineinschnuppern. Die Fußballabteilung des SCM ist insgesamt auf einem guten Weg. Die Anbindung der A-Junioren und der zweiten Mannschaft an die erste funktioniert immer besser. Toll ist, dass keiner unserer aktuellen Leistungsträger wechseln will. Wenn wir komplett sind, können wir mit jedem Team der Liga mithalten. Wenn drei, vier Stützen ausfallen, gibt es allerdings ein großes Leistungsgefälle. Diese Lücke zu schließen, daran arbeiten wir. Mir macht es nach wie vor sehr viel Spaß, die Mannschaft weiterzuentwickeln. Wir sind lange noch nicht am Ende unseres Weges angekommen.