Verdacht auf Steuerhinterziehung Polizisten als Panzerknacker im Meller Club Naava im Einsatz

Von Christoph Franken

Mit der Flex versucht dieser Beamte, die Rückwand des Tresors zu öffnen. Foto: NWM-TVMit der Flex versucht dieser Beamte, die Rückwand des Tresors zu öffnen. Foto: NWM-TV

Melle. Rollentausch: Dieses mal jagten Polizeibeamte keine Bankräuber, sondern öffneten am Montagmittag selbst einen Tresor gewaltsam. „Tatort“: die Großraumdiskothek „Naava“ im Meller Stadtteil Gerden.

„Wir ermitteln gegen die Betreiber des Clubs Naava wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung“, bestätigte Oberstaatsanwalt Volker Brandt von der federführenden Staatsanwaltschaft Osnabrück auf Anfrage. Es werde vermutet, dass nicht alle Einnahmen des Clubs auch versteuert worden seien, so der Pressesprecher.

Der Geschäftsführer der Diskothek, Christian Bukmaier, tat am Telefon ahnungslos. „Davon weiß ich nichts“. Er verwies an die Staatsanwaltschaft Osnabrück und legte auf.

Wohnungen durchsucht

Parallel zur Tresoröffnung wurden aber nicht nur die Geschäftsräume in Melle durchsucht, sondern auch „Wohnungen von Verantwortlichen“, in Wallenhorst, Ibbenbüren und Telgte, sagte Brandt.

Bei dem Einsatz in Melle wurde die Staatsanwaltschaft von Spezialisten des zentralen Kriminalermittlungsdienstes aus Oldenburg unterstützt. Sie waren mit ihrem Equipment in einem großen Lkw und einem Lieferwagen auf dem Parkplatz des Clubs vorgefahren.

In Oldenburg ist das Finanzamt für Fahndung und Strafsachen beheimatet. „Wir halten uns wegen des Steuergeheimnisses sehr zurück, ich darf Ihnen noch nicht einmal bestätigen, dass unsere Behörde involviert ist“, erklärte der stv. Amtsleiter.