Aus Eiche und Lärche Neuer Glockenstuhl für Geläut in Melle-Buer präsentiert

Von Conny Rutsch

Den neuen Glockenstuhl fürs Bueraner Zimbelgeläut präsentierten Gerd Möller, Matthias Breitenkamp und Maximilian Kreye (von links). Foto: Conny RutschDen neuen Glockenstuhl fürs Bueraner Zimbelgeläut präsentierten Gerd Möller, Matthias Breitenkamp und Maximilian Kreye (von links). Foto: Conny Rutsch

Buer. Das ist selten zu sehen: In Buer konnte am Sonntag ein neuer Glockenstuhl besichtigt werden. Und das nicht etwa im Turm der Kirche, sondern in der Tischlerei von Gerd Möller.

Dort fertigte dessen Sohn und angehender Tischlermeister Maximilian Kreye die hölzerne Konstruktion für das Zimbelgeläut, das den neuen Glockenklang der Martinikirche in Zukunft bereichern wird.

Matthias Breitenkamp, der als Mitglied der Planungsgruppe das gesamte Glockenprojekt mit viel Herzblut begleitet, führte die Werkstattbesucher mit interessanten Details in das Glockenprojekt ein. Langsam, aber sicher, rückt das Gießen des neuen Geläuts für die Martinikirche näher. Knapp 40.000 Euro fehlen noch, dann kann das Projekt ausgeschrieben und ein Glockengießer gefunden werden. Der wird dann wiederum entscheiden, wann der neue Glockenstuhl an Ort und Stelle eingebaut werden kann.

„Mit dem neuen Geläut könnte man ein Konzert spielen“

Die für die Besucher vormontierte Konstruktion aus Eiche und Lärche wird erst im Turm komplett mit Holznägeln fertig zusammengezimmert werden. Tischlermeister Gerd Möller erklärte, dass es der ausdrückliche Wunsch des Architekten gewesen sei, den Glockenstuhl auf diese Art und Weise zu zimmern. Er wird die vier Glocken des Zimbelgeläuts (sehr kleine und tonhohe Kirchenglocken) tragen, die zusätzlich zu den vier neuen großen Glocken dafür sorgen, dass „Buer eines der glockenreichsten Kirchspiele in Niedersachen werden wird“, erklärte Martin Boes, Mitglied der Glockenplanungsgruppe: „Mit dem neuen Geläut könnte man ein Glockenkonzert spielen.“

Noch ein bisschen Geld zusammenbringen

Die Zimbelglocken tragen – ebenso wie die Kirchenfenster hinter dem Altar – die Namen der vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Sie werden basierend auf E-Dur gestimmt. Damit wird das neue Geläut einen halben Ton höher klingen als das alte, damit der Klang zur Stimmung der Glocken in der katholischen Marienkirche passt. „Würden wir die Glocken mit der Hand zum Schwingen und Klingen bringen, könnte man den Choral ,Wachet auf ruft uns die Stimme` ein Stück weit ertönen lassen“, erklärte Matthias Breitenkamp. Ein schwingungstechnisches Gutachten im Turm der Martinikirche sichert ab, dass der Turm die neuen Glocken und ihre tönende Auswirkung auf das Gemäuer auch halten wird. Jetzt heißt es, noch ein bisschen Geld zusammenzubringen, und dann wird es glockentechnisch in Buer richtig wohltönend.