Großer Unmut in Oldendorf Neuer Feuerwehrwagen passt nicht ins Gerätehaus

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Melle. In der Ortsfeuerwehr Oldendorf brodelt es gewaltig: Erst vor wenigen Tagen hat die Ortswehr ein neues Fahrzeug erhalten, allerdings gibt es keine Unterstellmöglichkeit. Der neue Anbau existiert nur auf dem Papier.

Der Ärger in den Reihen der Oldendorfer Wehr hat sich über mehrere Jahre aufgestaut. Die Vorwürfe richten sich insbesondere gegen die Stadt, von der sich die Kameraden im Stich gelassen fühlen: „Irgendwann ist Schluss, wir haben den Kaffee auf. Es gibt einige Kameraden, die wollen ihre Klamotten an den Nagel hängen“, empört sich Andreas Gräber.

„Ein Trauerspiel“

Auslöser der Kritik ist das soeben angeschaffte TSF, das die Kameraden am Wochenende aus Siegen überführt haben. Seither steht es vor den Toren des Feuerwehrhauses. Die Durchfahrtshöhe von knapp drei Metern verhindert, dass das 130000 Euro teure Fahrzeug hineingefahren werden kann: „Da kommt man auch mit gutem Willen nicht durch“, beschreibt Johann Erdmann und wendet sich damit gegen die Aussage eines Ortsratsmitgliedes, das behauptet hatte, mit entsprechender Fahrpraxis sei es möglich, den Wagen in die kleine Halle zu fahren: „Geht aber beim besten Willen nicht, denn das Fahrzeug ist zu hoch“, erklärt Erdmann.

Als Beweis fährt er mit dem knapp sechs Tonnen schweren Wagen direkt vor die Tür: Ein Zollstock ist nicht nötig, um zu sehen, dass die Fahrzeughöhe die des Tores überragt.

„Was für ein Trauerspiel, es kann nicht sein, dass ein Auto mit großem Wert vor der Tür steht und vor sich hingammelt und die Stadt sich nicht in der Lage sieht, eine kleine Halle zu bauen“, unterstreicht Andreas Gräber: „Wir wollen keinen Luxus, sondern nur einen kleinen Anbau“.

Was die Kameraden insbesondere wurmt, ist die lange Zeitspanne. So sollte das neue Fahrzeug eigentlich schon 2012 gekauft werden, doch die Anschaffung wurde zweimal verschoben, ehe das inzwischen 31 Jahre Fahrzeug jetzt ersetzt werden konnte.

So sehr sich die Kameraden über das neue Fahrzeug freuen, umso mehr ärgern sie sich, dass der geplante Anbau auf der Wiese neben dem Feuerwehrhaus noch nicht fertig ist: Warum dauert das nur so lange? fragen sich die Kameraden mit Blick auf die langwierigen Planungen.

„Dass in der Ortsfeuerwehr Oldendorf Unmut herrscht, darin besteht kein Zweifel“, erklärt Jürgen Krämer auf Nachfrage unserer Redaktion. Gleichwohl weist der Mediensprecher darauf hin, dass die Planungen zwischen dem städtischen Gebäudemanagement und der Wehr sukzessiv abgestimmt waren, sodass für Transparenz auch mit Blick auf die zeitliche Abfolge gesorgt war.

Als Zeitpunkt für den Baubeginn nennt die Stadt das Frühjahr, sodass die Einweihung voraussichtlich im Frühjahr kommenden Jahres erfolgen könne.

Die Fahrzeugbeschaffung erfolge stets nach dem vom Stadtkommando der Feuerwehr vorgeschlagenen und politisch beschlossenem Konzept, betont der Mediensprecher. Dies war auch aktuell in Oldendorf der Fall. Dabei wurde auch die Stellplatzproblematik berücksichtigt, was zu der Verschiebung der Ersatzbeschaffung in Oldendorf führte.

„Das neue Fahrzeug steht derzeit im Freien, da es in der vergangenen Woche ausgeliefert wurde. Inzwischen wurde der Digitalfunk eingebaut. In Kürze soll die Beladung erfolgen, um die geplante alternative Unterstellmöglichkeit zu testen“ führt Jürgen Krämer aus.

Wenn dies funktioniere, könne das Fahrzeug tatsächlich in den Dienst gestellt werden. Andernfalls wird das neue Fahrzeug noch nicht in den Dienst genommen und das alte werde weiter genutzt. Für die Unterstellung des neuen Fahrzeugs müsste dann eine andere vorübergehende Unterstellmöglichkeit gesucht werden, sagt Jürgen Krämer:. „Gleichwohl steht fest: Die Einsatzfähigkeit der Oldendorfer Ortsfeuerwehr wird jedoch stets gewährleistet sein“.


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