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21.01.2018, 17:50 Uhr KOMMENTAR

Krake auch in Meller Küchen?

Kommentar von Christoph Franken

Das Kochrezept auf den Küchentisch projiziert: Nolte Küchen engagierte sich auch damit im Smart Home auf der Möbelmesse in Köln. Foto: MediaPortal Nolte KüchenDas Kochrezept auf den Küchentisch projiziert: Nolte Küchen engagierte sich auch damit im Smart Home auf der Möbelmesse in Köln. Foto: MediaPortal Nolte Küchen

Melle. Die technischen Entwicklungen auf der Möbelmesse in Köln kommentiert Christoph Franken für das „Meller Kreisblatt“.

Der Realisierungswahn deutscher Ingenieure, der das Auto längst erobert hat, macht jetzt auch vor dem eigenen Haus nicht halt. Während viele Autofahrer nur einen Bruchteil der teuer mitgekauften Technik nutzen, weil sie den Rest gar nicht bedienen können oder wollen, wird es Hausbewohnern bald ähnlich ergehen: Sie sollen mit ihrem Fingerabdruck die Haustür öffnen, mit Sprache oder Wedelbewegungen das Licht einschalten und dimmen, Zeitschaltuhren per App bedienen, im Smartphone nachschauen, was die Kühlschrankkamera so an Inhalt zeigt, per App die Klimaanlage steuern und projizierte Hausaufgaben an der Küchenwand kontrollieren.

Muss ausgerechnet die Küche als Spielball nichtkochender Ingenieure herhalten? Hier soll doch gemeinsam mit der Familie oder Freunden gekocht, gegessen, getrunken und gelacht werden. Stattdessen nistet sich vernetzte Technik wie eine Krake ein und stört soziales Leben. Es liegt am Käufer, hier Nein zu sagen und die Küche als Ort der Gemütlichkeit zu retten.


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