Feuchtbiotope bieten Lebensraum Himmelsteiche sollen in Melle-Oldendorf entstehen

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Die Kinder würden am liebsten schon mit dem Buddeln loslegen. Bis März müssen sie sich noch gedulden. Julia Gommer vom Förderverein der Grundschule, Kai Behncke und Alexandra Kuhn, engagierte Mutter (v.l.) auf der 3000 Quadratmeter großen Wiese, auf der im Frühjahr ein Feuchtbiotop entstehen soll. Foto: Konstantin StumpeDie Kinder würden am liebsten schon mit dem Buddeln loslegen. Bis März müssen sie sich noch gedulden. Julia Gommer vom Förderverein der Grundschule, Kai Behncke und Alexandra Kuhn, engagierte Mutter (v.l.) auf der 3000 Quadratmeter großen Wiese, auf der im Frühjahr ein Feuchtbiotop entstehen soll. Foto: Konstantin Stumpe

Oldendorf. In eine völlig neue Landschaft soll im Frühjahr eine Fläche am Kreimerhof in der Nähe der Grundschule Oldendorf verwandelt werden. Der Förderverein der Grundschule will mit dem Verein Umwelt und Lebenshilfe sowie einigen Privatpersonen auf der Fläche zwei Feuchtbiotope anlegen. Unterstützt wird das Projekt durch das Programm „Landschaftswerte“ der NBank.

„Wir wollen Natur im Unterricht erlebbar machen“, beschreibt Simone Brockmann, Vorsitzende des Fördervereins ein wichtiges Ziel des Projektes. Das Thema soll laut Kai Behncke, Geschäftsführer des gemeinnützigen Unternehmens Umweltschutz und Lebenshilfe, im Sachkundeunterricht aufgenommen werden. Im Februar stehe zunächst eine Begehung der Fläche mit dem beteiligten Gartenbauunternehmen an. Dabei sollen erste Gespräche über geeignete Pflanzenarten laufen. Daraus und aus Recherchen mit einem fachkundigen Biologen werde eine Vorauswahl für die Welt der Flora getroffen. „Die Schüler sollen dann entscheiden, welche Pflanzen ins Biotop einziehen“, sagt Behncke im Gespräch mit unserer Redaktion. (Weiterlesen: Projekt von „Blumiges Melle“ – Fans des Vfl Osnabrück sollen Blumen im Landkreis sprießen lassen)

Mit Bachlauf verbunden

Gegliedert ist das Biotop den Planungen nach in zwei Teichanlagen, die mit einem kleinen Bachlauf miteinander verbunden sind. Aus dem oberen, größeren Teich mit etwa 60 Quadratmetern und einer Wassertiefe von etwa einem Meter, soll das Wasser in den unterhalb gelegenen Teich mit etwa 40 Quadratmetern und 80 Zentimeter Tiefe abfließen. Es sind sogenannte Himmelsteiche, also stille Gewässer, die ausschließlich durch Regen befüllt werden, also vom Himmel gespeist werden. „Somit werden überschwemmende Auswirkungen von sommerlichen Starkregen abgepuffert“, erklärt der Naturwissenschaftler.

Insekten, Amphibien und Reptilien

Gegliedert werden die Teiche in eine Ufer-, Flach-, Seicht-, und Tiefwasserzone. So entstehen laut Behncke Lebensräume für Frösche, Molche, Wasserkäfer, Libellen und Wasservögel. Zudem dienten die Biotope auch einem größeren Nahrungsangebot für Störche oder Graureiher. Angelegt werde zudem eine Trockenmauer, die einen idealen Lebensraum für viele Arten von Amphibien und Reptilien wie Kröten und Eidechsen böten. Einen alten Bauwagen, der als Werkzeugschuppen genutzt erden kann, hat die Stadt zur Verfügung gestellt. Auch eine kleine Hütte steht auf dem Gelände. „Dort soll auch etwas Tierhaltung betrieben werden“, informiert Behncke.“ (Mehr zum Thema: Damit es in Melle blüht und grünt – Blühwiesen-Projekt „Blumiges Melle)

Grünes Klassenzimmer

Die ersten Baumaßnahmen seien für die erste Märzwoche geplant. Dass auch die Schüler und weitere Ehrenamtliche aktiv Hand anlegen, sei fester Bestandteil der Planung. „Praktische Umweltbildung zu schaffen und so die Kinder für die heimische Flora und Fauna zu interessieren gehört zu den festen Zielsetzungen“, informiert der Geschäftsführer. Für die Grundschule Oldendorf könne hier ein „grünes Klassenzimmer“ entstehen. Die Fertigstellung ist für Oktober geplant.

Teil des ILEK

Gefördert wird das Projekt mit knapp 10.000 Euro von der NBank. Etwa 1.000 Euro übernimmt der Verein Umweltschutz und Lebenshilfe. „Wir freuen uns sehr über die Förderzusage. Bei der Anlage der Feuchtbiotope beziehen wir uns auch ausdrücklich auf das integrierte ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) der Stadt Melle“, sagt Behncke. Dieses empfehle eine Schaffung von Biotopverbindungen. Durch die Feuchtbiotope werde dazu ein wichtiger Beitrag geleistet.

Helfer willkommen

Die Gruppe Ehrenamtlicher um Kai Behncke und Simone Brockmann trifft sich in regelmäßigen Abständen zu Arbeitseinsätzen und um das weitere Vorgehen zu besprechen. Wer Lust hat mitzuwirken, ist jederzeit herzlich willkommen. Infos und Kontakt: Simone Brockmann, E-Mail: gso.foerderverein@yahoo.de sowie im Internet auf www.umweltschutz-und-lebenshilfe.de


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