Sturmtief hinterlässt Schäden 66 Einsätze für die Meller Feuerwehren

Von Simone Grawe


Melle. Sturmtief Friederike ist über die Region hinweggefegt und hat auch in Melle einige Schäden angerichtet. Von verheerenden Auswirkungen ist der Grönegau aber verschont geblieben.

Vom späten Vormittag an sind am Donnerstag alle 16 Ortsfeuerwehren bis in den Abend hinein im Einsatz gewesen, daneben auch die Polizei sowie die Mitarbeiter des Baubetriebsdienstes: „An insgesamt 66 Stellen mussten die Feuerwehrleute umgestürzte Bäume von der Fahrbahn räumen, weitere Gefahrenstellen gab es durch herabstürzende Dachziegel, und an einer Stelle war ein Flußablauf gestört,“ bilanzierte Feuerwehrsprecher Martin Dove am späten Nachmittag, nachdem der Sturm abgeflaut war.

Besonders gefährlich hätten sich die Räumungsarbeiten auf der Altenmeller Straße, auf der Gerdener Straße, auf der Bruchmühlener Straße und auf der Bad Essener Straße erwiesen, so dass dort jeweils die Fahrbahnen zeitweise gesperrt werden mussten, sagte Dove. Insgesamt habe sich bei den Einsätzen am Donnerstag gezeigt, dass die Meller Feuerwehren gut aufgestellt seien und flexibel reagiert hätten. Nicht zuletzt sei dies der guten Abstimmung in der zentralen Koordinierungsstelle in Altenmelle unter der Leitung von Stadtbrandmeister Rainer Schlendermann zu verdanken.

Ast auf dem Rücksitz

Trotz der präventiven Arbeit der Feuerwehr kam es zu mehreren Unfällen wegen herunterfallender Äste und umgestürzter Bäume. Gegen 13 Uhr stürzte ein Baum auf einen Pkw Mini. Der Fahrer war in Neuenkirchen Redecker auf der Haller Straße Richtung Redecker Straße unterwegs, als mehrere Bäume anfingen umzustürzen. Laut Polizeiangaben traf der Ast eines umstürzenden Baumes den Pkw und durchstieß das Glasdach des Kleinwagens. Dabei wurde eine auf dem Rücksitz sitzende 26-jährige Frau von dem Ast leicht am Kopf getroffen. Der Fahrer blieb unverletzt.

Marktplatz gesperrt

Wegen des heftigen Sturmes musste der Wochenmarkt in Melle-Buer abgebrochen werden: „Die Marktbeschicker fürchteten um ihre Sicherheit“, erklärte Stadtsprecher Jürgen Krämer. Er betonte, dass der Markt an diesem Vormittag wegen der extremen Wetterlage ohnehin nur schwach frequentiert worden sei.

Bereits um kurz nach 11 Uhr war eine Linde vor dem Stadthaus am Schürenkamp unter der Einwirkung einer Sturmböe umgestürzt. Erste Untersuchungen von Stadtgärtner Frank Schoster ergaben, dass die Wurzeln in Teilen abgestorben waren.

„Da zu befürchten steht, dass auch die beiden benachbarten Bäume im Wurzelbereich ähnlich marode sind und vor diesem Hintergrund keine Standfestigkeit garantiert werden kann, sollen diese am Freitag gefällt werden“, berichtete Krämer.

Das Fällen der Bäume konnte aufgrund der starken Orkanböen allerdings nicht am Donnerstag erfolgen. „Das wäre für die Mitarbeiter zu gefährlich gewesen“, äußerte sich Krämer. Die Aktion ist auf Freitag verlegt worden. Der Schürenkamp bleibt deshalb bis voraussichtlich Freitagmittag in Höhe des Stadthauses voll gesperrt.

Außerdem haben Mitarbeiter des Baubetriebsdienstes in Abstimmung mit der Polizei den Markt und den Kohlbrink gesperrt, da nicht auszuschließen war, dass sich Teile des Gerüstes am Turm der St. Matthäus Kirche lösen würden: „Sicher ist sicher,“ erklärte ein Mitarbeiter der Gerüstbaufirma, die gegenwärtig mit der Sanierung des Turmes der St. Matthäuskirche beschäftigt ist. Nachdem sich von dem sanierungsbedürftigen Turm eine Gerüstbohle gelöst hatte, sahen sich die Stadt und die Polizei gezwungen, den Bereich komplett zu sperren, solange der Sturm anhält.