Erweiterungsfläche für Gymnasium Kreis will Haus Rabingen in Melle kaufen

Hinter der dicken Steinmauer verbirgt sich rechts Haus Rabingen. Im Hintergrund sind Gebäude des Gymnasiums zu erkennen. Foto: Christoph FrankenHinter der dicken Steinmauer verbirgt sich rechts Haus Rabingen. Im Hintergrund sind Gebäude des Gymnasiums zu erkennen. Foto: Christoph Franken

Melle. „Das ist eine hochinteressante Fläche für das Meller Gymnasium, um sich in den nächsten Jahrzehnten weiter entwickeln zu können.“ Mit diesen Worten verdeutlichte am Wochenende Erster Kreisrat Stefan Muhle quasi als letzte Amtshandlung das Interesse des Kreises an dem Gelände Haus Rabingen.

Muhle hatte am Montag die Aufgaben eines Staatssekretärs im Wirtschaftsministerium in Hannover übernommen und am Freitag ein Pressegespräch im Gymnasium geführt.

Wegen des Todes der bisherigen Eigentümerin von Haus Rabingen ist eine neue Situation entstanden: Die Stadtverwaltung hat das Gelände samt des großen Herrenhauses gekauft. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Mehr Platz für Schüler

Muhle verwies darauf, dass das Gymnasium aus unterschiedlichsten Gründen mehr Platz benötige. „Daher hat der Kreis gegenüber der Stadt deutliches Interesse an einem Kauf signalisiert, damit wir Lösungen im Interesse der Schülerinnen und Schüler realisieren können.“

So fehlten für die hinzugekommenen 5. und 6. Klassen Spielflächen und auch das hinlänglich bekannte Problem der Lehrerparkplätze sei nach wie vor ungelöst.

Sportstunden fallen aus

Muhle sprach im Gesamtzusammenhang auch die Kapazitäten der Sporthallen an. Der Kreis ist Träger des Gymnasiums, der Berufsschule und der Integrierten Gesamtschule. „Wir haben wegen fehleneder Hallenkapazitäten erhebliche Probleme, den Schulsport durchzuführen“, hob Muhle hervor. Es fielen schon jetzt wöchentlich 150 Sportstunden aus, wovon die Berufsschule besonders betroffen sei. Der Sportunterricht findet nach seinen Angaben entweder gar nicht statt oder die Schüler müssten per Bus in andere Hallen gebracht werden.

„Wir hatten bereits im Frühjahr 2017 vor, eine neue Sporthalle zu realisieren“, erklärte Muhle. Da die Jahnhalle mit dem alten Hallenbad abgängig ist, sei dieser Standort ins Auge gefasst worden. Aber auch das Gelände dahinter, auf dem manchmal Wanderzirkusse gastierten, käme in Frage.

Gesamtkonzept verzögert

Die Stadt habe nach diesem Vorstoß darauf verwiesen, dass ein Gesamtkonzept für das Areal entwickelt werden müsse. Das sei zwar grundsätzlich richtig, verzögere die Angelegenheit allerdings, kommentierte Muhle. „Der Bedarf ist aber jetzt da und das Problem akut“, betonte Muhle. Daher habe er die Stadt gebeten, in der Angelegenheit kurzfristig zu handeln.

Im Übrigen habe der Kreis für eine neue Halle bereits Geld in seinem Hauhalt für 2019 eingestellt, um sie mit zu finanzieren. „Ich habe außerdem eine gemeinsame Planungsgruppe aller Beteiligten und möglichen Nutzer angeregt“, erklärte Muhle abschließend.


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