Vier Comedians zu Gast Schwer ist der Beruf – Witziges im Meller Comedy Saloon

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Urkomisch: Marcel Eixner (Moderator), Johannes Schröder, Tobias Rentzsch, Falk Schug und Dennis Grundt (von links) auf der Bühne des Meller Comedy Saloons. Foto: Conny RutschUrkomisch: Marcel Eixner (Moderator), Johannes Schröder, Tobias Rentzsch, Falk Schug und Dennis Grundt (von links) auf der Bühne des Meller Comedy Saloons. Foto: Conny Rutsch

cru Melle. Alltagssorgen und Ärger? Das hatte alles am Samstagabend im Comedy Saloon in Oldendorf so gar keinen Platz. Denn den öffnete Thomas Erke für einen vergnüglichen Abend zum ersten Mal in diesem Jahr. Vier fröhliche Wortklauber plus ein Moderator ließen die Lachmuskeln bis zum Muskelkater arbeiten.

Marcel Exner, bekannt aus „Night Wash“, eröffnete den Abend und führte gewandt und publikumsnah durch das dreistündige Programm. Der erste der vier Comedians, die alle schon einmal Frohsinn im Comedy Saloon verbreitet hatten, sprach sicher vielen Zuhörern aus der Seele. Als ehemaliger Deutschlehrer karikierte Johannes Schröder punktgenau Schulszenen, die jeder kennt, die er aber dermaßen geschickt überhöhte, dass es schon fast weh tat. „Justin, nenne ein Tier“. Die Antwort: „Rindenmulch“. Hahaha. Und was Euphemismen sind, lehrte er auch gleich. Diese Formulierungen sollen den wahren Sinn des Gesagten verstecken oder beschönigen, wie „Du bist meine Sonne“ – dass die aber Sonnenbrand macht... Frech verdrehte er „dicke Vaganer“ zu „pflanzlichen Fetten“ und produzierte Lachsalven.

Welcher Kanake heißt Tobias?“

Standup-Comedian Tobias Rentzsch verkackeierte sich gleich zu Beginn selbst: „Welcher Kanake heißt Tobias?“, denn einen Migrationshintergrund hat der junge Mann mit den braunen Augen nicht. Er griff vielerlei Themen auf, traf alltägliche Situationen punktgenau, holte sich seine Lacher und überspielte bühnengekonnt auch manchen noch ein wenig holprigen Übergang. Macht ja nix. Die Szenen eines Schornsteinfegers, als der er neben der Bühne arbeitet, verwirbelte er gekonnt zu witzigen Beiträgen.

Ebenfalls aus seinem Beruf (Sozialarbeiter) berichtete Falk Schug, der sich aber zunächst dem Publikum widmete und minutenlang mit seinem schrägen Humor die tiefrauhe Stimme eines Zuhörers thematisierte. Drei Freundinnen bat er für ein Selfie auf die Bühne und verstand es gekonnt, ihnen jedes Gefühl von möglichem Unwohlsein dort zu nehmen. Natürlich sind es die typischen Sprüche, die seiner Berufgattung zugeordnet werden, die besonders gut ankommen. „Sky-Luca, tu mal ei machen“ oder „Tu die Mama hören“ –über derartige Unsäglichkeiten sind nur scheinbar schon alle Witze gemacht worden.

Szenen aus dem Salon im Saloon

Tja, und dann der Frisör. An 16 Jahre Berufserfahrung legt Dennis Grundt – der mit dem „stabilen Bart“ - die Wortschere an, haarsträubend komisch und mit dem Gefühl für Pausen und Lacher. Große Klasse. Er lässt nichts aus: die Legginträgerinnen, die sich das gar nicht leisten können, die Kapuzen mit Fellrand und natürlich Szenen aus dem Salon. „Ich bin der Langschneidetyp“ - herrlich. Und wenn er sich über den Freund einer Salonbesucherin lustig macht, der viele Stunden die bunten Blätter liest, während sie die langwierigsten frisurtechnischen Behandlungen erhält, die er später mit vielen Hundert Euros bezahlen muss, bleibt kein Auge trocken. Mitunter scharf und vielleicht ein bisschen viel unter der Gürtellinie, aber herzlich und gekonnt, machte Dennis Grundt den Abend so richtig rund.

Die Zuhörer kamen voll auf ihre Kosten, durften ihren Alltag vergessen, aßen und tranken und hatten einen wunderbar lockeren Abend.


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