Abschmückservice inklusive Kuriose Erlebnisse beim Christbaumsammeln in Melle



Melle. Fast überall im Grönegau waren am Wochenende hunderte Tannenbaumsammler im Einsatz. Dabei hatten sie teils kuriose Erlebnisse.

„An einem Baum war sogar die Lichterkette noch dran“, berichtete Marc Pohlmann aus Melle-Mitte. „Da mussten unsere Helfer die Kette abfriemeln und vor die Haustür legen“, ergänzte er. An einem anderen Baum war der Ständer noch nicht abgemacht. „Manchmal sind wir nicht nur Sammler, sondern sorgen auch noch für das Abschmücken“, schlussfolgerte Pohlmann.

Sperrige Lichterketten

„Allerdings wird der zusätzliche Abschmück-Service auch oftmals zusätzlich durch eine Sonderspende honoriert“, wollte sich Organisatorin Heidrun Stöppelmann (Petrigemeinde) nicht beschweren. Für einzelne ältere Menschen sei es zuweilen einfach schwierig, sperrige Lichterketten oder festgezogene Ständer ohne Hilfe zu entfernen. „Wir hatten auch wieder Bäume mit Ballen dabei, die man noch einpflanzen kann“, meinte Patrick Hilker, der meist Spenden zwischen zwei und zehn Euro an den Haustüren entgegengenommen hatte. Gelegentlich wurden die Haustüren beim Abholen der Bäume von Menschen im Schlafanzug geöffnet.

Immer mehr „Stammkunden“ der gemeinsamen Aktion von Petrigemeinde und Meller Kolpingsfamilie gäben ihre Spenden in den Gemeindehäusern ab oder würden sie überweisen, hat Ulrich Bockrath (Kolping) festgestellt. Die Organisatoren hoffen wieder auf einen Gesamt-Erlös von mehr als 2000 Euro, der je zur Hälfte für die Sanierung des Turms der Matthäuskirche und für das Evangelische Familienzentrum verwendet wird.

Einen Ertrag von mehr als 5000 Euro erhofft sich die Evangelische Jugend Buer - drei Viertel fließen in die Jugendarbeit und ein Viertel ist für Brot für die Welt bestimmt. Sieben Fahrzeuge und mehr als 50 Leute waren im gesamten Kirchspiel bis zu zwölf Stunden lang unterwegs. Stehen gebliebene Bäume konnten noch am frühen Abend bei Organisator Mirco Bredenförder gemeldet werden. „Wir haben dieses Jahr optimales Sammelwetter“, freute sich Lars Albersmann.

Spaß für die Kinder

Zum gemeinsamen Spaß für Kinder und Eltern wurde die Sammelaktion rund um die Paulus-Kindertagesstätte mit vier Treckern, 35 Erwachsenen und 30 Kindern. Lotta (7) freute sich, dass sie einmal auf Tannenbäumen sitzen konnte. Elisa (5) wunderte sich, wie schnell der Trecker durch die Straßen fährt und Lennart (6) über süße Spenden für kleine Sammler. Eltern machten die Erfahrung, dass es an den größten Villen die kleinsten Spenden gibt. Neben dem Förderverein sammelten auch Mitglieder der Eickener Spielvereinigung in Eicken für die Paulus-Kita, deren Leiterin Simone Bruns auf ein Ergebnis von 3000 Euro hoffte.

Vier Gruppen und 30 Helfer waren im südlichen Teil von Bruchmühlen unterwegs. Beim Start an der Sandhorstschule hofften die Organisatoren Volker Frenzel, Andreas Kükenbrink und Benjamin Sauerbrey auf eine Wiederholung der Vorjahresergebnisse zwischen 1500 und 2000 Euro für die Fördervereine von Kindergarten und Schule. Immer wieder machen die Bennier die Erfahrung, dass sie auch ohne Baum Spenden für Spielgeräte oder Theaterfahrten bekommen.

Entsorgung der Bäume erleichtern

Der erhoffte Erlös von 250 Euro der Sammlung der Riemsloher Kolpingsfamilie kommt der Kirchengemeinde St. Johann und dem Kindergarten zugute. Die zwölf Helfer in zwei Gruppen klingelten nicht an den Türen, das Sammeln von Spenden spielte eine untergeordnete Rolle. „Wir wollen den Leuten die Entsorgung ihrer Bäume erleichtern und freuen uns auf das Osterfeuer, zu dem die ganze Dorfgemeinschaft eingeladen ist“, erklärte Kolping-Sprecher Hans-Joachim Pütker. Martin Bonhaus, Udo Polle, Volker und Ludger Graul wiesen darauf hin, dass die Sammelaktion immer mit einem schönen Frühstück bei Familie Gieseking verbunden ist.

Auch Getränke und Süßes

Im gesamten Stadtteil Oldendorf sammelten das Jugendrotkreuz Westerhausen und die THW-Jugend Melle. In Gesmold waren die Pfadfinder und in Neuenkirchen die Jugendfeuerwehr im Einsatz. Neben Geld für gute Zwecke gab es bei allen Sammelaktionen auch Aufmerksamkeiten für die fleißigen Helfer - von Tee und Kaffee über kalte Getränke bis zu Süßigkeiten und Kuchen. Oftmals wurden die Aktionen mit einem geselligen Ausklang abgeschlossen. Die Bäume kommen teils auf Osterfeuer oder sie werden geschreddert und als Mulch oder Brennstoff verwertet.


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