Anton-Schlecker-Straße Meller SPD hat Umbenennung schon beantragt

So mancher möchte keine Anton-Schlecker-Straße mehr in Melle haben. Foto: Christoph FrankenSo mancher möchte keine Anton-Schlecker-Straße mehr in Melle haben. Foto: Christoph Franken

Melle. Die Existenz einer Anton-Schlecker-Straße werfe ein schlechtes Licht auf Melle, findet die SPD und hat deshalb im Ortsrat einen Antrag gestellt, die betreffende Straße in „Am Sandacker“ umzubenennen.

Schon die Benennung der Straße Ende der 90-er Jahre sei ein einmaliger Vorgang in Melle gewesen, weil auf Druck der Firma zustande gekommen, argumentieren die Sozialdemokraten. Zudem wurde die Straße mithin nach einer lebenden Person benannt – unüblich – und das Votum des Ortsrates, der sich gegen den Namen des Firmenchefs auf einem Meller Straßenschild ausgesprochen hatte, vom Stadtrat überstimmt – was noch unüblicher ist.

2012/13 schon einmal diskutiert

So war bereits 2012 nach der Schleckerpleite eine Diskussion um eine Umbenennung entbrannt. Seinerzeit hatte die Grünen einen entsprechenden Antrag gestellt. Die Handvoll anliegender Firmen hatten sich allerdings unter Hinweis auf die Kosten nachdrücklich gegen eine Kehrtwende ausgesprochen. Im April 2013 stimmte der Ortsrat Melle-Mitte dann mehrheitlich gegen die Namensänderung. Die CDU verwies dabei vor allem auf das eindeutige Votum der Anliegerfirmen.

Nun also ein neuer Vorstoß

Nun also ein neuer Vorstoß. Um ihren Antrag zu unterfüttern, listet die SPD-Fraktion einige weitere Argumente auf. Etwa, dass weder die Firma noch das dort einst angesiedelte Warenlager noch bestünden. Außerdem habe sich Anton Schlecker keinerlei Verdienste um die Stadt erworben. Das gelte zwar etwa auch für Johann Sebastian Bach, aber für berühmte Kulturschaffende und Wissenschaftler gelten natürlich andere Regeln. Und schließlich werde der Name Anton Schlecker deutschlandweit keineswegs mit einem erfolgreichen Geschäftsmann verbunden, sondern vielmehr mit „fragwürdigen Geschäftsmethoden“, dem Unternehmenszusammenbruch sowie Verurteilungen Schleckers (1998 wegen Betrugs, zehn Monate auf Bewährung, sowie im vergangenen Jahr wegen vorsätzlichen Bankrotts zwei Jahre auf Bewährung).

„Die höchste Ehrung einer Person stellt die Benennung einer Straße dar“

Überdies verweisen die Sozialdemokraten auf die „Handlungsempfehlung für das Aufstellen von Kunstwerken, Denkmälern und Gedenksteinen im öffentlichen Raum“, in der es heißt: „Die höchste Ehrung einer Person stellt die Benennung einer Straße […] dar.“ Eine höchste Ehrung Schleckers sei aber „durch nichts gerechtfertigt“. Und schließlich überschritten die Kosten einer Neubenamung für die Anliegerfirmen und die Stadt nicht das vertretbare Maß.

Sitzungstermin noch offen

Wann der Ortsrat Melle-Mitte das nächste Mal zusammen kommt, ist noch offen. Wegen einer Terminkollision mit dem Sozialausschuss ist der angedachte 21. Februar vom Tisch.


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