Drei Fragen an Frank Finkmann „Wir als Sparkasse Melle haben einen langen Atem“

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Macht die Linie für die Sparkasse Melle deutlich: Frank Finkmann Foto: Peter EickmeyerMacht die Linie für die Sparkasse Melle deutlich: Frank Finkmann Foto: Peter Eickmeyer

Melle. Der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Melle, Frank Finkmann, hält an den Filialen im Stadtgebiet fest. Der Geschäftsführer des Deutschen Landkreistages, Hans-Günter Henneke, hatte angesichts von bundesweit zu beobachtenden Filialschließungen gewarnt, damit drohe die Verankerung der Geldinstitute insbesondere im ländlichen Raum verloren zu gehen. Die Landkreise sind Träger vieler Sparkassen.

Herr Finkmann, die Kreissparkasse Bersenbrück berät aktuell über die Schließungen der Filialen in Hesepe und Schwagstorf. Gibt es ähnliche Überlegungen für Melle?

Nein, wir halten an unseren Filialen fest, haben aber im Vergleich zu den Kollegen im Nordkreis ohnehin schon deutlich weniger Geschäftsstellen.

Lediglich Schiplage/ St. Annen als Filiale der Geschäftsstelle Neuenkirchen wird wie bereits angekündigt geschlossen, weil sie nur noch von ganz wenigen Kunden frequentiert wird. Also: Unsere Geschäftsstellen in den Stadtteilen bleiben, und sie werden sich sukzessive verändern.

Das bedeutet konkret was?

Ein gelungenes Beispiel dafür sind unsere Geschäftsstellen in Gesmold und an der Plettenberger Straße. Dort haben wir die Flächen verkleinert und werden Mieter mit hereinnehmen. In Oldendorf und Westerhausen teilen wir uns die Flächen demnächst mit einem Arzt und einer Apotheke. Damit wird gleichzeitig eine neue Anlaufstelle im Ort geschaffen. Das ist gut für die Bürger, die Kunden, die Mieter, für uns und den Ort.

Können Sie schon einen

Ausblick in die Zukunft wagen?

Wie das in fünf oder zehn Jahren aussieht, kann ich natürlich jetzt nicht sagen. Aber auch unsere Kunden in der Fläche machen das aus, was wir sind. Insofern wollen wir die Beratung in den Filialen ausbauen. Stattdessen werden wir weniger Servicepersonal benötigen, weil viele alltägliche Dinge online laufen. Mit MiFID II ist am 3. Januar die bisher umfassendste EU-Finanzmarktregulierung mit 1,4 Mio. Paragrafen (!!) in Kraft getreten. Die erdrückende Regulierung führt dazu, dass sich viele Institute aus der Wertpapierberatung in der Fläche zurückziehen. Der Verbraucherschutz schneidet Menschen, die nicht so viel Geld haben, von lukrativen Geldanlagen schlicht ab.

Das wollen wir als Sparkasse Melle nicht, denn das gehört für uns zur umfassenden Beratung dazu. Dazu muss man einen langen Atem haben, und das kostet viel Kraft. Aber ich glaube, es lohnt sich. Für alle.


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