Arbeitgeber nennen Streik rechtswidrig Beschäftigte von Schomäcker in Melle streiken

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Melle. Knapp 70 Beschäftigte des Federnwerks Schomäcker in Melle haben am Donnerstagmittag ihre Arbeit niedergelegt, um sich an den Warnstreiks der IG Metall zu beteiligen. Die Gewerkschaft fordert für die Metall- und Elektroindustrie sechs Prozent mehr Lohn sowie bessere Arbeitszeiten.

Im Jahr 2017 ist die deutsche Wirtschaft so schnell gewachsen, wie seit Jahren nicht. Der Staat hat laut dem Statistischen Bundesamt im vergangenen Jahr 38,4 Milliarden Euro mehr eingenommen als aus ausgegeben. „Wir wollen ein Stück von dem Kuchen abhaben, und da darf auch ruhig etwas größer sein“, betonte der Osnabrücker IG-Metall -Chef Stephan Soldanski in seiner Ansprache vor den Mitarbeitern von Schomäcker. „Wenn sich die Arbeitgeber sich nicht bewegen, dann tun wir es.“ Damit warf Soldanski den Arbeitgebern vor, mit der Gesprächspause bis zum 22. Januar auf Zeit zu spielen. Er drohte damit, dass die Warnstreiks nur der Anfang seien. Je nachdem was die Arbeitgeber auf den Tisch legen, seien auch 24-Stunden-Streiks denkbar. Die Arbeitgeber hatten in der ersten Runde der Tarifverhandlungen zwei Prozent mehr Geld ab April angeboten sowie eine Einmalzahlung von 200 Euro für die kommenden drei Monate. (Weiterlesen: IG Metall mit Warnstreiks in der Region Osnabrück)

Verkürzung der Arbeitszeit

Neben der Anhebung des Lohns fordert die IG Metall zusätzlich einen tarifgebunden Anspruch, die Arbeitszeit bis zu zwei Jahre lang auf 28 Stunden in der Woche zu verkürzen und anschließend ein Recht darauf zu haben, zur alten Arbeitszeit zurückzukehren. Dafür soll es statt eines vollen Lohnausgleichs einen Entgeltzuschuss geben. Dabei ginge es um die Wertschätzung eines jeden Arbeitnehmers. „Die Arbeitgeber müssen sich für die Beschäftigten und ihre Familien interessieren“, sagte Soldanski.

Bessere Arbeitszeiten für die Beschäftigten von Schomäcker wünscht sich auch dessen Betriebsratvorsitzender Luc van de Walle. Im vergangenen Jahr hätten die 250 Arbeitnehmer zusammen 14.000 Überstunden gemacht. Dafür hätte man auch eine neue Stelle schaffen können.

Streiks rechtswidrig?

Axel Busch, Geschäftsführer der Bezirksgruppe Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim von NiedersachsenMetall warnte davor, bei den Beschäftigten überzogene Erwartungen zu erzeugen. Angesichts des Fachkräftebedarfs der Branche und bereits jetzt spürbarer Fachkräfteengpässe sei die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung auf bis zu 28 Wochenstunden widersinnig. Den Entgeltausgleich für einzelne Beschäftigungsgruppen hält Busch für ungerecht, diskriminierend und rechtswidrig. Letzteres seien daher auch die Warnstreiks.


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