Diskussion in Osnabrück Teure Kunst im Krankenhaus gibt es nicht in Melle

Von Kirsten Muck

Kunst gibt es im Christlichen Klinikum Melle: Allerdings zeigen im Foyer nur Künstler aus Melle und Umgebung, wie auf diesem Foto Barbara Niehoff-Knappe, ihre Bilder. Archivfoto: Daniel Meier/Niels-Stensen-KlinikenKunst gibt es im Christlichen Klinikum Melle: Allerdings zeigen im Foyer nur Künstler aus Melle und Umgebung, wie auf diesem Foto Barbara Niehoff-Knappe, ihre Bilder. Archivfoto: Daniel Meier/Niels-Stensen-Kliniken

Melle. Teure Kunst im Krankenhaus: Geht das? Darüber ist in Osnabrück eine Diskussion entbrannt, weil der Geschäftsführer des Klinikums ein Bild im Wert von 14000 Euro angeschafft hat. Im Meller Klinikum wäre so etwas gar nicht möglich. Denn die Geschäftsführung hat für derlei Extravaganzen überhaupt kein Budget.

„Wir investieren im Bereich Kunst gar nicht. Dafür haben wir auch gar kein Budget“, beantwortet der Verwaltungsdirektor, Christian Schedding, eine Anfrage unserer Redaktion zu diesem Thema. Zwar gebe es im Klinikum Kunstartikel. Diese seien jedoch aus dem Bestand zusammengetragen worden, als die beiden Häuser vor Jahren fusionierten. „Das sind aber keine hochwertigen Bilder“, sagte Schedding. Kunst, wie sie im Osnabrücker Klinikum anzufinden sei, gebe es im CKM nicht.

Fotos und Gemälde im Foyer

Die einzigen Bilder oder Kunstwerke, die im Klinikum zu sehen sind, hängen in der Regel im Foyer. Dort finden wechselnde Ausstellungen mit Künstlern aus Melle statt. Alle vier bis acht Wochen zieren Fotos, Grafiken oder Ölgemälde die Wände im Eingangsbereich des Klinikums. Die Künstler, die dort ausstellen, nutzen die Möglichkeit, ihre Werke einem örtlichen Publikum vorzustellen. Bekannt oder berühmt sind sie nicht. Folglich besitzen die Kunstwerke auch keinen hohen Geldwert.

Enorme Wertsteigerung

Anders ist das bei dem Künstler, dessen Werk in einem Konferenzraum im Klinikum in Osnabrück hängt. Helle Jetzig ist international bekannt für seine Bilder, in denen er Fotografie, Malerei und Siebdruck kombiniert. Seine Werke sind in zahlreichen Sammlungen von Unternehmen oder Privatleuten zu finden. Und gelegentlich auch in Krankenhäusern wie im Fall des Osnabrücker Klinikums. Das Bild, das im Konferenzraum des Klinikums hängt, hat im vergangenen Jahr 14000 Euro gekostet. Es hat jedoch eine enorme Wertsteigerung erfahren. Die Kunstexpertin Julia Draganovic, Direktorin der Kunsthalle Dominikanerkirche in Osnabrück, schätzt den Wert des Bildes auf mittlerweile 25000 Euro.

Das Klinikum hat heute reagiert und das Bild des Künstlers „mit Gewinn“ verkauft. Der Käufer will das Werk dem Klinikum als Dauerleihgabe zur Verfügung stellen.

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