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1000 Euro für neue Glocken in Buer Spende der Katholiken unterstreicht ökumenischen Charakter

Von Konstantin Stumpe, Konstantin Stumpe | 14.12.2017, 16:46 Uhr

Den ökumenischen Charakter des geplanten neuen Geläuts der evangelischen St.-Martini-Kirchengemeinde Buer unterstreicht die Spende der katholischen St.-Marien-Gemeinde. Eine Delegation um den katholischen Pastor Michael Wehrmeyer übergab nun 1000 Euro an seinen evangelischen Kollegen Ingo Krahn.

„Angesichts der nur etwa 300 katholischen Gemeindemitglieder sind wir überrascht und dankbar für diese großzügige Spende“, betonte Pastor Krahn im Gespräch mit unserer Redaktion. Ökumenischen Charakter hat das neue Geläut insofern, als das es jenes der katholischen Kirche auf der Tonleiter umrahmen wird. Die Glocken von St. Martini bilden die hohen und tiefen Töne, die Glocken von St. Marien bedienen die Mitte. „Wir ergänzen uns und es entsteht eine Symphonie guter christlicher Geschwisterlichkeit zur Ehre Gottes“, fasste Krahn zusammen. „Beim gemeinsamen Läuten entsteht zukünftig vom eingestrichenen e bis zum dreigestrichenen cis ein feiner Klangteppich, der auf dem ökumenischen Choral ,Wachet auf, ruft uns die Stimme“ basiert‘, führte Kantor Mathias Breitenkamp aus. (Weiterlesen: Spendenglöckchen in Buer ist gefragt) 

Glockenbronze

Nicht nur die Tonlage, auch der Klang der Glocken an sich wird sich laut Breitenkamp erheblich verbessern. Denn die alten Glocken wurden noch aus einem Kupfer-Selizium-Mangan-Gemisch gefertigt, als kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wichtige Ressourcen fehlten. „Die neuen Glocken werden aus einer Kupfer-Zinn-Legierung gegossen, auch Glockenbronze genannt“, informiert Breitenkamp. Dieses Material erzeuge einen weicheren Klang, der länger nachhallt.

Passender Zeitpunkt

Die Spende zu diesem Zeitpunkt passe umso besser da, der Choral sowohl in evangelischen, als auch katholischen Kirchen in der Adventszeit gesungen werde. „Beethoven beschreibt den Choral als weihevoll, feierlich, sogar überirdisch“, erklärt Krahn. „Es markiert die Grenze der Kirchenjahre“, ergänzt Breitenkamp. Bislang war es nicht möglich, beide Glockensysteme gleichzeitig erklingen zu lassen. „Das wäre dissonant gewesen“, schildert Krahn. In Zukunft wolle man jedoch zu Hochfesten, etwa zu Weihnachten oder an Ostern sowie zu ökumenischen Gottesdiensten beide Geläute erklingen lassen. (Weiterlesen: Auftaktabend für das neue Geläut: St. Martini im Zeichen der Glocken) 

Meilenstein erreicht

Dank der Spende erreichte die Kirchengemeinde einen weiteren Meilenstein auf dem Weg, die erforderlichen 170.000 Euro für die acht neuen Glocken zu sammeln. Nach 14 Monaten sind wir jetzt schon 120.000 Euro, also bei mehr als zwei Dritteln der Gesamtsumme zusammengekommen. Zu einem Großteil sind die Bueraner dabei auf Spenden angewiesen. Lediglich die evangelische Landeskirche gibt einen Zuschuss von 16.000 Euro. „Wir sind die Sache sehr sportlich angegangen. 120.000 Euro zu dem jetzigen Zeitpunkt sind gewaltig“, betont Breitenkamp.

Möglichst schnell sollen nun auch die restlichen 50.000 Euro zusammenkommen. (Weiterlesen: Glockensammlung Buer erreicht 100.000er Marke) 

Weitere Spendenaktionen

Weitere Spendenaktionen sind daher schon geplant. Am kommenden Sonntag, 17. Dezember, ab 16 Uhr findet das Kirchenkino in der Martinikirche statt. Die Vorstellung mit der Augsburger Puppenkiste am 3. Adventssonntag ist bereits ausverkauft. Aufgrund der hohen Nachfrage findet eine zweite Vorstellung ab 18 Uhr statt. Karten hierfür gibt es ab 17.15 Uhr an der Abendkasse. „Mit dieser Veranstaltung haben wir bis jetzt schon einen Überschuss von 800 Euro erzielt, die in die neuen Glocken fließen können“, freut sich Breitenkamp.

Eine weitere Aktion soll im März 2018 stattfinden. Dann haben die Gemeindemitglieder die Möglichkeit bei einem „Tag des offenen Glockenstuhls“ die neue Holzkonstruktion für den Glockenturm zu bestaunen. Daran arbeitet derzeit noch der Bueraner Schreiner Gert Möller.