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10 Jahre Stiftungsarbeit Natur- und Vogelschützer feierten am Fluss

Von Marita Kammeier | 05.09.2011, 17:19 Uhr

Natur und Sonne pur am schönen Elsefluss: Zur Jubiläumsfeier der SON – Stiftung für Ornithologie und Naturschutz – kamen viele interessierte Besucher, darunter Vogelkundler, Naturschützer und -führer. Im Grünen lauschten sie auf dem Gelände der Geschäftsstelle in der Mühlenstraße den Fachvorträgen und probierten den selbst gebackenen Kuchen, passend zum Motto „Naturschutz schmeckt“.

Erst zehn Jahre ist es her, dass drei junge Meller das Ziel formulierten, den Natur- und Artenschutz bundesweit zu fördern. Heute blickt die Stiftung auf sechs eigene erfolgreiche Projekte zurück, wie Vorstandsmitglied Dirk Hohnsträter erläuterte. Dazu gehören der „Klimawald“ unter der Schirmherrschaft von Ulrike Horstmann, die Stauwiesen für Brut- und Zugvögel in Krukum und die Dynamik-Inseln. 26 Wald- und Offenlandflächen sicherte die SON, damit die Natur und die Tiere sich dort langfristig frei entwickeln können. „Wir Menschen überziehen den ökologischen Kredit seit 1986, die natürlichen Ressourcen sind nicht endlos“, so Hohnsträter.

Die Jugend in den Naturschutz einführen, heißt das Anliegen des Bürgermeisters André Berghegger. Beim Deutschen Wandertag verschenkte er 111 Eichen. Jetzt kommen aus allen Teilen Deutschlands die Rückmeldungen. „Es lief nicht immer reibungslos“, erinnerte sich Jürgen Herpin, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Osnabrück. Viel Überzeugungsarbeit war zu leisten, Kompromisse mit den Beiratsmitgliedern mussten gefunden werden.

„Mit dem Fernglas beobachtete ich als Kind an der ostfriesischen Küste die Rotschenkel und Uferschnepfen“, erzählte Walter Bleeker, Präsident des Naturwissenschaftlichen Vereins aus Osnabrück. Heute seien diese Tiere verschwunden, ebenso wie es den Flachs in der Region nicht mehr gebe.

In seinem Festvortrag „Wandel der Artenvielfalt im Osnabrücker Land“ wies Bleeker auf den ständigen Wechsel der Kulturlandschaften hin.

Doch immerhin: Seit 1980 gibt es positive Entwicklungen beim Umweltschutz, die sich direkt auf die Artenvielfalt auswirkten. Auch die Luftwerte besserten sich. Stiftungen und Institutionen setzten sich vermehrt für die Natur ein. „Nicht wehmütig in die Vergangenheit, dafür mutig in die Zukunft sehen“, lautete der Rat des Vortragenden. „Der Natur freien Lauf lassen, sich weiter engagieren und nicht lockerlassen.“

Damit sprach er Vorstandsmitglied Volker Tiemeyer aus dem Herzen, der an die Pionierarbeit der ersten Jahre erinnerte. „Arbeit für die Stiftung, das heißt immer ehrenamtliches Engagement“.