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Ein Durchlass für neues Geläut Steinmetzarbeiten am Glockenstuhl der Martinikirche

Von Conny Rutsch | 21.02.2019, 17:54 Uhr

Ganz schön hoch ist der Arbeitsplatz von Malte Roß und Andreas Strotmeyer: Die beiden Steinmetze sind viele Treppen in den Turm der Martinikirche im Meller Stadtteil Buer hinaufgestiegen und in Höhe der oberen Glockenstube auf die oberste Plattform des Turmgerüstes nach draußen geklettert. Mutig müssen sie dafür schon sein, auch wenn sie als Steinmetze solche besonderen Arbeitsorte gewohnt sind.

In 30 Meter Höhe bereiten sie momentan einen Durchlass vor. Damit die alten Glocken aus dem Turm hinausgehoben und die neuen hineingehievt werden können, brauchen sie Platz. Die hölzernen Schalllamellen, die den Glockenklang über Buer hinaus verteilen, sind schon ausgebaut. Vom Gerüstplateau ist der Blick auf die größte Glocke frei in den Glockenstuhl hinein. Nun müssen die Steinmetze noch eine mittig angeordnete Sandsteinsäule entfernen. Sie ist zwei Meter hoch und wird samt Kapitell, dem oberen Abschluss der Säule sowie ihrem Fuß auf einer Gesamthöhe von 2,75 Meter ausgebaut.

Der Durchlass wird dann mit einer Breite von 1,60 Meter genügend Platz bieten, um die alten Glocken hinauszuheben, die 70 Jahre lang ihren Dienst getan haben. „Die schräg angeordneten Fugen in den Bögen oberhalb der Säulen sorgen dafür, dass der Durchlass auch ohne die Mittelsäule Halt hat“, erklärt Andreas Strotmeyer. Trotzdem werden die Steinmetze innen eine Abstützung montieren. Sie arbeiten als Fassadenspezialisten für die Firma Paetzke aus Hörstel, die auch den Dom zu Osnabrück restauriert hat.

Matthias Breitenkamp, der Koordinator für das gesamte Glockenprojekt, sorgt dafür, dass das Geläut der alten Glocken während der Arbeiten am Durchlass abgestellt sind, um die Gesundheit der Steinmetze durch den lauten Ton nicht zu gefährden.

Am Samstag, 2. März werden die alten Glocken in einer kleinen Zeremonie um 17.45 Uhr noch einmal gewürdigt, bevor sie um 18 Uhr zum letzten Mal einen Sonntag einläuten werden.