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Versteigerung der Fischrechte Ortspolitik und humorige Geselligkeit bei Burstie in Gesmold

Von Norbert Wiegand | 24.06.2019, 15:05 Uhr

Eine Mischung aus Ortspolitik und Informationen mit viel bodenständigem Humor wurde die Gesmolder Burstie am frühen Sonntagabend. Mehr als 70 Teilnehmer versammelten sich im Schatten der Femlinde zum traditionellen Bürgertreffen, das auf eine Jahrhunderte alte Geschichte zurückblickt.

Kritische Fragen und Anregungen, die sonst die ur-demokratische Würze solcher Bürgertreffen ausmachen, gab es diesmal nicht. Vielleicht lag es daran, dass Ortsbürgermeister Michael Weßler in seiner langen Ansprache schon alle möglicherweise kritischen Punkte angesprochen hatte. Vielleicht lag es aber auch an den hohen Temperaturen oder daran, dass alle gespannt auf die Versteigerung der Fischereirechte warteten.

Auktionator und Ortsbürgermeister Michael Weßler pries die Qualitäten Gesmolder Gewässerteilstücke mit blumigen Worten und trieb so die Gebote in die Höhe. So lobte er das ausgeweitete Bachbett der Uhle und den nährstoffreichen Zulauf aus der Wellinger Kläranlage vor allem während des dortigen Schützenfestes. In der Alten Else tummelten sich nach seinen Angaben wieder armdicke Aaale bis zu einem Meter Länge. Aus dem Publikum gab es Hinweise, dass dort wegen der geplanten Durchlässigkeit bis zum Meer und steigender Wassertemperaturen durch den Klimawandel schon bald mit Seehunden und Delphinen gerechnet werden könne.

Dritter Hammerschlag

Schließlich sicherte sich Ernst Kellner für 40 Euro das 150 Meter lange Teilstück der Uhle. Die drei Teilstücke der Alten Else ersteigerten Günter Sutmöller für nur 30 Euro, Rainer Wesseler für 45 Euro und Stefan Ebert für satte 50 Euro. Das Pachtgeld für die ein Jahr geltenden Fischereirechte wurde jeweils sofort nach dem dritten Hammerschlag beim Auktionator entrichtet.

Mit Spannung verfolgt wurde auch die Verlosung, bei der Eintrittskarten zum Gessem-Dienstag, Winterkonzert der Blaskapelle, Duorptheater, Frühstückscafé im Pfarrheim und zu Rock bei Kurt gewonnen werden konnten. Die glücklichen Gewinner zog die junge Glücksfee Felicitas aus dem Beutel mit den Losen. Wie jedes Jahr gab es ein Fläschchen Kräuterlikör für die fünf ältesten Teilnehmer der Burstie: Theo Hasemann (92), Heinrich Schröder (87), Heinz Dodt (86), August Niemöller (82) und Heinrich Kampmann (82).

Reaktiver Kindergarten

Zum Beginn der Burstie hatte Michael Weßler alle Teilnehmer und insbesondere zwei „Neubürger“ begrüßt. Einer davon war Pastor Thomas, der erfreut mitteilte, dass er „sehr gerne in Gesmold wohnt“. Pfarrbeauftragter Michael Göcking beurteilte das Zusammenwachsen der zuvor selbständigen Gemeinden Wellingholzhausen und Gesmold ausgesprochen positiv. „Die Kirche wird die Trägerschaft eines reaktivierten Kindergartens Schwalbennest mit 30 zusätzlichen Plätzen definitiv nur dann übernehmen, wenn die Stadt mehr Geld auf den Tisch legt“, beantwortete Göcking eine Frage von Michael Weßler. Als Zeichen der Verbundenheit von politischer und kirchlicher Gemeinde überreichte der Ortsratsvorsitzende ein Brot und eine Kerze an die Kirchenleute.

In seiner ausführlichen Ansprache ging Weßler auf positive Perspektiven im Stadtteil ein – von der Schaffung neuen Baulandes über den Neubau eines Feuerwehrhauses am Gasthof Seling bis zur Verbreiterung der Elseallee. Über viele anstehende Sanierungen und Erweiterungen von Schulen, Kindergärten und Sporthallen im gesamten Stadtgebiet informierte Christina Tiemann. Die stellvertretende Bürgermeisterin verwies dabei auf die auf 17,9 Millionen Euro angestiegenen Gewerbesteuereinnahmen, die für die vielen Aufgaben auch dringend gebraucht würden.

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