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Anreise über Berlin und Warschau Meller Eisenbahnsenioren radeln in Urwald nach Polen

Von PM. | 20.08.2019, 19:01 Uhr

Nach Siebenbürgen, Böhmen und Weiß-Russland hatten sich die radbegeisterten Eisenbahnsenioren aus der Meller Region in diesem Jahr wieder ein Ziel im Nachbarland Polen ausgesucht.

Die Route führte ganz in den Nordosten des Landes, in den polnischen Urwald, nach Bialystok. Die weite Anreise über Berlin, Posen und Warschau lohnte sich wirklich: Denn dort gibt es noch Natur pur mit riesigen Wäldern, die die Radler auf kilometerlangen, schnurgeraden Rad- und Wanderwegen durchstreiften - nur vom Gezwitscher der Vögel begleitet.

Wolf und Luchs nicht erblickt

Allerdings ließen sich Wisent, Elch, Wolf und Luchs für die Meller nicht blicken.Eindrucksvolle Bilder vom Wolf zeigte ihnen aber ein französischer Tierfotograf, der die ganze Nacht auf dem Ansitz nur einen Kilometer vom Standort der Reisegruppe verbracht hatte. er hatte die schlauen Jäger beim Paarungsspiel und Rivalenkampf fotografiert.

in einem weitläufigen Laubwald mit Sumpf und Moor musste ein Elch ihre Route direkt vor ihnen gequert haben, waren seine Spuren doch noch ganz frisch. Von den Vögeln zeigte sich gelegentlich der Pirol, ein Raubwürger, und in ganz ruhigen Zonen am Waldesrand der Kranich.

2019 muss in Polen wie in Melle ein gutes Storchenjahr gewesen sein. Auf den Nestern standen bis zu vier größe Vögel. "So viele Störche hatten wir noch nie gesehen. Fast auf jedem Gehöft brütete ein Paar", berichtet Gerhard Klinksiek.

Tanzgruppen und Musikbands

Eine total positive Überraschung bereitete der Reisegruppe dann die kurz vor Weißrussland gelegene Bezirkshauptstadt Bialystok: "Keiner von uns hatte so eine lebendige Stadt erwartet. Da war nichts mehr von grau in grau", erzählt Klinksiek. Die weitläufigen Fußgängerzonen waren beidseitig mit Biergärten, Eisdielen und Souvenirgeschäften besetzt, an jeder Straßenecke traten Tanzgruppen, Musikbands oder Einzeldarsteller auf.

Historische Häuser, Kirchen (orthodox oder katholisch) und Schlösser sind liebevoll wiederaufgebaut und rekonstruiert. Das jüdische Leben, das einmal rund 50 Prozent von Bialystok beherrschte, war durch den Holocaust fast völlig ausgelöscht. Seit Jahrhunderten lebt auch eine Gruppe Krimtataren in der Stadt.

Nach einer erlebnisreichen Woche und einem besuch in der polnischen Hauptstadt Warschau ging es für die Gruppe zurück nach Bruchmühlen.