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Berufsorientierung erleichtern Neues Team an der BBS Melle unterstützt bei Fragen

Von PM. | 30.12.2019, 10:37 Uhr

Die Berufsorientierung junger Leute zu stärken und sie bei einer fundierten Berufswahl zu unterstützen ist das Ziel der „Jugendberufsagenturen in der Schule“ im Landkreis Osnabrück. Jetzt hat diese Agentur auch an den Berufsbildenden Schulen in Melle ihre Arbeit aufgenommen.

Im Team stimmen erstmals die kommunale Arbeitsvermittlung Maß-Arbeit, die Agentur für Arbeit und Vertreter der Schulsozialarbeit ihre Aktivitäten rund um den reibungslosen Übergang von der Schule in den Beruf ab. Außerdem machen sie gemeinsam neue Angebote. „Dadurch ergeben sich viele Synergieeffekte, und niemand geht in der Angebotsvielfalt unter“, sagte BBS- Schulleiter Hermann Krüssel.

Die Vorbereitungen waren wegen der Besonderheiten der BBS umfangreich: Denn die Jugendberufsagentur will nicht nur die jungen Erwachsenen erreichen, die in Vollzeit zur Schule gehen, um sich eine Berufsperspektive zu erarbeiten. Die Angebote sind vielmehr auch für die Auszubildenden gedacht, die die Berufsbildenden Schulen in Teilzeit besuchen. „Alle Teilzeitklassen sind an unterschiedlichen Tagen in der Schule, und das ist eine logistische Herausforderung“, schilderte der stellvertretenden Schulleiter Claus Dötzer die Situation.

Doch auch solche Klassen sollen die Möglichkeit bekommen, sich über Weiterbildungsmöglichkeiten zu informieren und bei persönlichen Problemen oder Schwierigkeiten im Betrieb die Unterstützung der Agentur in Anspruch zu nehmen. „So kann es uns noch besser gelingen, Ausbildungsabbrüche zu vermeiden und auf einen erfolgreichen Abschluss hinzuarbeiten“, erklärte Dötzer.

Zwei Präsenzwochen

Das Team besteht aus den Schulsozialarbeitern Edda Kröger und Winfried Altmann, der Ausbildungslotsin der Maß-Arbeit Christina Kursch und der Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Ingrid Fränkel. Es fand auch in diesem Fall eine Lösung: Künftig gibt es jährlich zwei Präsenzwochen der Agentur an der Schule, sodass das Team für alle jungen Leute erreichbar ist. Die Wochen finden jeweils nach dem Halbjahreszeugnis und nach den Herbstferien statt. Dann können individuelle Beratungstermine abgestimmt und die weitere Begleitung geplant werden.

Die Präsenzwoche nach dem Halbjahreszeugnis ist besonders für die Vollzeitklassen wichtig, weil Jugendliche hier oft noch Bewerbungen schreiben oder auch eine Idee für die Berufswahl entwickeln müssen. Nach den Herbstferien enden die Probezeiten bei den meisten Auszubildenden. Die Erfahrung zeigt, dass es hier ver-mehrt zu Beratungsanfragen vor allem von Teilzeitschülern kommt.

Das weitere Beratungsangebot wird durch die Schulsozialarbeiter gebündelt und an die Teammitglieder verteilt. „In der Beratung unterstütze ich vor allem bei der Suche nach freien Stellen oder informiere über die unterschiedlichen Berufsbilder“, erläuterte Berufsberaterin Ingrid Fränkel.

Rechte und Pflichten

Der Fokus der Ausbildungslotsin Christina Kursch liegt dagegen eher auf einer ganzheitlichen sozialpädagogischen Beratung, die auch über den Schulalltag hinausgehen kann. Außerdem bietet sie in Absprache mit dem Team Workshops zu Themen wie Bewerbungen, Vorstellungsgesprächen oder Rechten und Pflichten von Azubis an.

Intensiv binden alle Beteiligten auch die Eltern der jungen Erwachsenen ein: Im Rahmen von Elternsprechtagen und Elternabenden stellen sich die Team-Mitglieder vor und beraten zum Thema Berufsorientierung.

Auch die Landesschulbehörde wertet die Zusammenarbeit der Partner in den Jugendberufsagenturen posi-tiv: „Der Ansatz von Schule, Agentur für Arbeit und Maß-Arbeit ist ein gutes Zeichen für die gemeinsame Verantwortung im Übergang von Schule in Ausbildung und Beruf“, formulierte es Nadine Kretschmar als beauftragte Fachberaterin für Berufsorientierung.