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Verdiente Mitglieder bei Delegiertenversammlung geehrt Warum der Feuerwehrverband Melle den Bund kritisiert

Von Christina Wiesmann | 25.02.2020, 06:32 Uhr

Im Bayrischen Hof tagten die Delegierten des Feuerwehrverbandes Melle. Auf der Tagesordnung der Versammlung fanden sich neben einigen verdienten Ehrungen auch Kritikpunkte, die der Vorsitzende des Feuerwehrverbandes, Stadtbrandmeister Rainer Schlendermann, offen ansprach.

Schlendermann berichtete, dass seitens des Bundesgesundheitsministeriums geplant sei, das Grundgesetz so weit abzuändern, dass die Zuständigkeiten für den Rettungsdienst von den Ländern auf den Bund verschoben werden. Damit entfalle die Mitbestimmung von Gemeinden, Städten und Kommunen, wenn es um die Bedarfsermittlung und -anpassung – zum Beispiel beim Fahrzeugbedarf der Rettungseinheiten – gehe. „Damit will man Kosten sparen“, mahnte Schlendermann.

Dass die Basis für die Rettungseinheiten stimmen muss, ist auch der Landtagsabgeordneten und Ortsbürgermeisterin Gerda Hövel (CDU), wichtig. „Wir müssen gute Rahmenbedingungen schaffen, um sicheren Brandschutz gewährleisten zu können“, betonte sie in ihrem Grußwort.

Dank für wichtige Hilfe

Bürgermeister Reinhard Scholz (CDU) ließ in seinem Grußwort durchklingen, dass ein Zuviel an Bürokratie, insbesondere für das wichtige Ehrenamt, kein hilfreiches und erstrebenswertes Mittel sei. Er dankte den Freiwilligen der Meller Orts- und Werksfeuerwehren für ihre wichtige Hilfe und blickte zurück auf die Brandserie, die sich in Wellingholzhausen abgespielt hatte, und auf das Sturmtief Sabine, das auch den Grönegau nicht verschont hatte. „Danke, dass Sie immer da sind“, fasste Scholz zusammen, „und bitte achten Sie stets auf sich.“

Weitere Grußworte sprachen Dieter Niermann, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Feuerwehr, Sicherheit, Ordnung und Verkehr, sowie Ludger Flohre, Abschnittsleiter Süd der Kreisfeuerwehr Osnabrück.

120 Brandeinsätze

Zum Einsatzgeschehen und zur Aufstellung der Freiwilligen Feuerwehr Melle zog Nils Hoyermann im seinem Jahresbericht 2019 Bilanz. Neben 120 Brandeinsätzen, davon drei Großbrände, rückten vor allem die Hilfeleistungseinsätze in den Fokus der Ehrenamtlichen. 342 Hilfeleistungen gab es 2019, 27 (Vorjahr: 22) davon waren Einsätze, bei denen Menschen hinter verschlossenen Türen in Not geraten waren.

Zum Rettungsgeschehen und zur Hilfe bei Notfällen sagte Rainer Schlendermann: „Politik, Verwaltung und Freiwillige Feuerwehren undWerksfeuerwehren haben ein gemeinsames Ziel.“

Der Stadtbrandmeister wies aber auch darauf hin, mit welchen Problemen die Ehrenamtlichen immer wieder zu kämpfen hätten und er betonte, dass die Rahmenbedingungen für die gut ausgebildeten Ehrenamtlichen immer schlechter würden: „Wir produzieren Sicherheit und das 24 Stunden am Tag und das sieben Tage die Woche, Jahr für Jahr, in einem ununterbrochenen Dreischichtbetrieb.“

Die Rahmenbedingungen müssen nach Ansicht des Stadtbrandmeisters stimmen, damit das System „der ehrenamtlichen freiwilligen Hilfe am Leben bleibt und unser Gemeinwohl nicht weiter verarmt“.

Den Kassenbericht für das abgelaufene Jahr hatte Kassenwart Gerhard Frenzel erstellt. Zum neuen Kassenprüfer wurde auf der Delegiertenversammlung Tobias Rauer bestimmt.

Der Verbandsvorsitzende Rainer Schlendermann und sein Stellvertreter Michael Finke ehrten im Rahmen der Versammlung einige Mitglieder.

Mehrere Ehrungen

Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurde Hauptfeuerwehrmann Werner Morkötter (Ortsfeuerwehr Gesmold) ausgezeichnet.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr Melle wurden Oberlöschmeister Horst Wolf (Ortsfeuerwehr Oldendorf) sowie Erster Hauptbrandmeister Karl-Heinz Meyer (Ortsfeuerwehr Riemsloh) geehrt.

Für 60 Jahre Mitgliedschaft wurden Brandmeister Wilfried Borgmann (Ortsfeuerwehr Bruchmühlen), Löschmeister Eilhard Nerling und Brandmeister Gerhard Finkemeyer (beide Ortsfeuerwehr Groß Aschen) sowie Erster Hauptbrandmeister Wilhelm Wüste (Ortsfeuerwehr Wellingholzhausen) geehrt.

Eine Ehrung für 70-jährige Mitgliedschaft erhielt Oberfeuerwehrmann Heinrich Schröder (Ortsfeuerwehr Gesmold).