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Inzidenzwerte zu hoch Notbremse in Melles Nachbarkreisen: Einkaufen nur mit negativem Corona-Test

Von Stella Blümke | 30.03.2021, 15:53 Uhr

achdem die Inzidenzwerte in den Kreisen Herford, Minden-Lübbecke und Gütersloh seit mehreren Tagen über der 100er Marke liegen, ist es ab sofort nur noch möglich mit einem negativen Schnell- oder Selbsttest bestimmte Dienstleistungen oder Angebote wahrzunehmen. Dazu zählt auch der Einkauf im Einzelhandel.

In der Corona-Schutzverordnung des NRW-Gesundheitsministeriums, die seit Montag gültig ist, wurden Maßnahmen festgelegt, die für Kreise und kreisfreie Städte mit einer anhaltenden Inzidenz von über 100 gelten. Dazu gehört unter anderem die Schließung des Einzelhandels. Der Wert der 7-Tage-Inzidenz beträgt im Kreis Herford laut Robert-Koch-Institut 139,7, im Kreis Minden-Lübbecke 185,2 und im Kreis Gütersloh 130,7 (Stand: Dienstag, 30. März).

Um der Schließung des Einzelhandels und von Kultureinrichtungen zu entgehen, gibt es eine sogenannte Testoption, die die drei Kreise wahrnehmen. Einkaufen im Einzelhandel ist mit einem negativen Corona-Test erlaubt. Möglich ist das, weil alle Kreise über ein ausreichendes, flächendeckendes Testangebot verfügen.

In den drei Kreisen muss das negative Ergebnis durch eine offizielle Teststelle schriftlich oder digital bestätigt werden. Diese Bestätigung darf nicht älter als 24 Stunden sein und ist bei der Inanspruchnahme der Angebote vorzuweisen.

Welche Tests werden akzeptiert? Im Kreis Herford werden in den Testzentren und Teststellen Corona-Schnelltests (PoC-Antigen-Tests) durchgeführt. Sie müssen von geschultem Personal angewendet werden, das zu einer Durchführung eines Corona-Schnelltests befugt ist. Auch ein Corona-Selbsttest ist möglich, der muss allerdings unter Aufsicht einer zum Schnelltest befugten Person vorgenommen werden.

Der Kreis Minden-Lübbecke akzeptiert Schnelltests mit einem negativen Ergebnis, die von einer in der Corona-Test-und-Quarantäneverordnung vorgesehenen Teststelle schriftlich oder digital bestätigt werden. Dabei betont der Kreis in einer Mitteilung auf der Webseite, dass die einzelnen Geschäfte die Verantwortung für die Einlasskontrolle und die Prüfung der vorgezeigten Tests tragen. Der vorgeschriebene Schnelltest muss sowohl Datum und Uhrzeit sowie die persönlichen Kontaktdaten der getesteten Person enthalten.

Der Kreis Gütersloh weist auf seiner Webseite daraufhin, dass ein negativer Selbsttest nicht ausreicht. Der Test muss von einer offiziellen Stelle durchgeführt werden.

Sind die Tests kostenlos? Die Bürger-Testungen sind kostenlos. Wie der Kreis Herford in einer Pressemitteilung erklärt, kann nach der aktuellen Testverordnung mindestens einmal wöchentlich das Angebot in Anspruch genommen werden. Weil unklar ist, was genau "mindestens" bedeutet, habe der Kreis das Gesundheitsministerium um Klarstellung gebeten. „Wir möchten aufgeklärt haben, wie oft sich die Bürger in der Woche kostenlos testen lassen können. Die Rechtslage ist derzeit leider nicht eindeutig. Denn das Land spricht von einmal wöchentlich, der Bund von mindestens einmal wöchentlich“, so Krisenstabsleiter Markus Altenhöner.

Wo kann ich mich testen lassen? Im Kreis Herford gibt es derzeit drei große Testzentren, zusätzlich bieten bestimmte Apotheken, Hausärzte, Zahnärzte, ärztliche oder zahnärztlich geführte Einrichtungen sowie Rettungs- und Hilfsorganisationen Schnell- und Selbsttests an. Eine Übersicht der knapp 50 Teststellen gibt es auf der Homepage des Kreises Herford .

Der Kreis Minden-Lübbecke verfügt über zwei große von den Mühlenkreiskliniken betriebene Testzentren sowie über mehr als 45 einzelne Anbieter, die Bürgertestungen durchführen. Eine Liste gibt es auf der Webseite des Kreises.

Rund 100 Testmöglichkeiten gibt es im Kreis Gütersloh, verteilt auf alle 13 Kommunen. Darunter sind Arztpraxen, Apotheken und Einrichtungen des Deutschen Roten Kreuzes. Die Testzentren des DRK sollen laut Information des Kreises in Absprache mit dem Krisenstab ab Dienstag ihre Öffnungszeiten erweitern. Damit erhöhe sich die Testkapazität im Kreis auf rund 22.000 pro Woche. Eine Karte der Teststellen finden sich auf der Homepage .

Die Allgemeinverfügung gilt in den Kreisen, bis die Allgemeinverfügung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales für den jeweiligen Kreis außer Kraft tritt, spätestens jedoch bis zum 18. April.