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Missbrauchsvorwürfe: Anwalt sieht "Komplott"

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Von einem "Komplott zwischen Eltern und Kindern" spricht der Anwalt des suspendierten Lehrers an der Sandhorstschule in Bruchmühlen. Er hoffe angesichts der "dürren Beweislage", dass die Staatsanwaltschaft Osnabrück keine Anklage erhebt, so Rechtsanwalt Dr. Holger Rostek (Bielefeld).

Rostek vertritt die Interessen des Lehrers, der - wie berichtet - seit November vergangenen Jahres wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauchs von Schülerinnen suspendiert worden war. Gegen ihn waren mehrere Anzeigen von Eltern erstattet worden. Er soll Schülerinnen über Kopf, Rücken und Gesäß gestreichelt haben. Der Lehrer hatte die Vorwürfe von Anfang an bestritten. Dennoch war der 57-jährige Pädagoge - wie immer in solchen Fällen - bis zur endgültigen Klärung des Sachverhalts suspendiert worden.

Die federführende Staatsanwaltschaft Osnabrück hat noch nicht entschieden, ob sie Anklage erheben wird. '"'Wir haben die Akten zunächst an den Anwalt geschickt'"', teilte Dr. Alexander Retemeyer als Sprecher der Behörde auf Anfrage mit.

Dr. Holger Rostek ließ in seiner Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung keinen Zweifel daran, dass er nach Durchsicht dieser Akten von einer Einstellung des Ermittlungsverfahrens ausgeht. '"'Das ist ein Komplott zwischen Eltern und Kindern'"', sagte er. Es sei nämlich schon auffällig, dass eine Schülerin wegen schlechter Noten andere gegen den Lehrer aufhetze. Zudem seien die Aussagen der Kinder '"'nicht tragfähig'"', und die Vorwürfe bestünden zu Unrecht. '"'Die Vorwürfe sind haltlos'"', betonte Rostek.

Der Anwalt verwies darauf, dass sein Mandant die Vorwürfe, in mehreren Fällen Mädchen unsittlich berührt zu haben, von Anfang an bestritten habe. Nach Durchsicht der Akten hofft der Jurist nun auf den Abschluss des Ermittlungsverfahrens und die anschließende Einstellung durch die Staatsanwaltschaft. '"'Ich erwarte, dass keine Anklage erhoben wird, denn ich sehe keinen hinreichenden Tatverdacht.'"'

Für die Landesschulbehörde teilte Susanne Strätz gestern mit, der Lehrer erhalte seit seiner Suspendierung gekürzte Dienstbezüge. Das sieht die niedersächsischen Disziplinarordnung so vor. Sollte sich der Grund der Suspendierung erübrigen, werde das einbehaltene Gehalt nachgezahlt. Für den Fall, dass sich die Vorwürfe als unbegründet herausstellen, werde im Rahmen einer Einzelfallentscheidung geprüft, ob der Lehrer an seine alte Schule zurückkehren könne.


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