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Alte Post Bruchmühlen Im Lauf der Zeit

Von Michael Woll

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Bruchmühlen. Vor zwei Wochen haben wir uns an dieser Stelle mit dem Bahnhof Bruchmühlen beschäftigt. Heute betrachten wir aus derselben Diaserie eine alte Fotografie, auf der das ehemalige Postgebäude des Ortes zu sehen ist, das im typischen Stil der Postämter um die Jahrhundertwende gebaut wurde.

Die im wörtlichen Sinn größte Veränderung im Ver-gleich der beiden Fotos liegt in der Verkehrsführung, denn der Kreisel auf dem aktuellen Foto ist der größte in Melle. Allerdings liegt er gar nicht ganz im Stadtgebiet, denn er bildet nicht nur einen Mittelpunkt, sondern auch eine Grenze: Wir blicken vom niedersächsischen Teil Bruchmühlens hinüber nach Nordrhein-Westfalen, das alte Postamt liegt bereits hinter der Grenze.

Erbaut wurde es, wie ich von Karl-Heinz Gutsche aus Bennien erfahren habe, im Jahr 1905. Davor hatte sich die nächstgelegene Post lange Zeit in Buer befunden; erst 1890 war in der Gaststätte Timpken eine Poststelle eingerichtet worden.

Wie aus einer Chronik des Ortes Düingdorf von Karl Seckfort hervorgeht, war es auch der Gastwirt Barmeier, der das Posthaus errichten ließ. Damit war eine Aufwertung verbunden, denn die Poststelle wurde zu einem Postamt mit eigenem Vorsteher. Die Post war stets Mieter in dem Gebäude.

Dem heutigen Besitzer Fritz Telthörster, dessen Bäckerei nebenan steht, gehört das Haus seit 1970. Im Jahr 1986 erhielt es nach dem Umzug der Post eine neue Funktion, die heute noch an der schönen Backsteinfassade abzulesen ist: „Hubertus Apotheke“ ist dort zu lesen. Als Apotheke wurde das Haus bis vor wenigen Jahren genutzt, inzwischen befindet sich darin eine Anwalts-kanzlei.

Der kleine turmartige Vor-bau diente sowohl der Post als auch der Apotheke als Vorraum, erzählt Fritz Telthörster. Dieser Teil des Gebäudes fällt besonders auf wegen des markanten kleinen Spitzdaches aus Kupfer, das inzwischen durch die Witterung die charakteristische grüne Farbe erhalten hat.

Inzwischen ist das Haus eine Art Wahrzeichen Bruchmühlens geworden, sicher einerseits wegen seiner schönen Fassade und zum anderen wegen seiner zentralen Lage, an der sich die großen Verkehrsstraßen treffen: Wer in den Ort kommt, sieht zu-erst die alte Post.

Während sich die Nutzung des Gebäudes immer wieder geändert hat, blieb die äußere Ansicht bestehen, und das wird auch so bleiben: Das Postamt von 1905 ist seit Jahrzehnten denkmalgeschützt.


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