„Geschenk“ im Zwergenhaus „Blitz“ kam beim Gewitter zur Welt

Von Norbert Wiegand

<em>Fest im Sattel </em>sitzt Linn (3) auf Wallach „Fritz“, und die Fohlen der Shetland-Miniponys schauen sich die Reitvorführung an. Foto: Norbert WiegandFest im Sattel sitzt Linn (3) auf Wallach „Fritz“, und die Fohlen der Shetland-Miniponys schauen sich die Reitvorführung an. Foto: Norbert Wiegand

Melle. Die sechs Kleinkinder im Zwergenhaus an der Herforder Straße in Riemsloh-Hoyel haben äußerst ungewöhnliche Spielkameraden, nämlich die Fohlen „Anton“ und „Blitz“.

Völlig angstfrei füttern und streicheln Silas (2), Felix (2), Leo (2) und der krabbelnde Moritz (9 Monate) auf dem Gelände der idyllisch angelegten Tagespflegestelle die kleinen Shetland-Miniponys. Genauso zutraulich, freundlich und neugierig sind die Pferde-Mütter „Alaska“ und „Kleiner Donner“ sowie der zwölfjährige Wallach „Fritz“. „Alle fünf Pferde sind absolut kinderfreundlich und zahm“, versichert Gabriele Lorenz, die Leiterin der Kindertagespflege.

Kinder suchen Kontakt

Die Kinder im Alter von neun Monaten bis drei Jahre suchen den Kontakt zu den Pferden, die in einem Gehege direkt neben dem Spielplatz grasen. Gelegentlich dürfen die Ponys sogar auf das Spielgelände der Kinder, dann fühlen sich die kleinen Menschen und kleinen Pferde erkennbar wohl miteinander. Nur Pepe (2) ist etwas vorsichtig, wenn er den Ponys eine Möhre anbietet. Linn (3), das älteste Kind im Zwergenhaus, kann sogar schon reiten und scheint eine innige Freundschaft mit Wallach „Fritz“ zu pflegen.

„Der enge und direkte Kontakt zu Tieren ist ein wichtiger Teil unseres Bildungskonzeptes“, erklärt Gabi Lorenz. „Die Kinder spüren so schon im frühen Alter, dass Tiere Aufmerksamkeit, Pflege und Auslauf brauchen.“ Sie wundert sich aber selbst darüber, dass die erst im November angeschafften Ponys den Kindern so schnell ans Herz gewachsen sind. Völlig unerwartet sind dann auch noch die beiden Fohlen geboren worden. Beim Kauf der drei älteren Ponys auf dem Brockumer Markt hatte niemand bemerkt, dass die beiden Stuten trächtig waren.

So konnten die Kinder vor einigen Wochen während eines Gewitters miterleben, wie „Kleiner Donner“ ein Fohlen zur Welt brachte. Sofort waren sich alle einig, dass das neu geborene Shetland-Minipony „Blitz“ heißen muss. In der Einrichtung mit dem außergewöhnlichen tiernahen Konzept sind von den acht Plätzen derzeit noch zwei Plätze frei.

„Das große Glück mit den zutraulichen Pferden ist wie ein Geschenk zu unserem 20-jährigen Bestehen“, freut sich Gabi Lorenz. Zu dem runden Geburtstag hat die Großtagespflegestelle eine große Menge Pferdelaternen hergestellt, die im Sommer als abendliche Garten- und im Winter als stimmungsvolle Stubenbeleuchtung dienen. Die Pferdelaternen werden auch zum Verkauf angeboten. Lorenz: „Mit dem Erlös wollen wir im nächsten Winter die Heizkosten für unser Zwergenhaus finanzieren.“