Beeindruckendes Konzert Wunderbare Verbindung von Harfe und Cello

Von Dr. Stephanie Uhlhorn

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<em>Mit einer internationalen Reise</em> begeisterten Uta Deilmann und Dan Zemlicka. Foto: Stephanie UhlhornMit einer internationalen Reise begeisterten Uta Deilmann und Dan Zemlicka. Foto: Stephanie Uhlhorn

Oldendorf. Uta Deilmann (Harfe) und Dan Zemlicka bezauberten unter dem Motto „Harfe meets Cello“ die Zuhörer im vollbesetzten Hallmannschen Haus. Zauberhaft – so lässt sich das Zusammenspiel von Deilmann und Zemlicka bezeichnen. Dazu ein Programm, das von Klassik und Barock über irische Musik bis zum Tango reicht, und den Zuhörer vom ersten bis zum letzten Ton auf eine hinreißende Reise mitnimmt.

Bereits im ersten Stück von François Couperin, dem Komponisten von Ludwig XIV., zeigte sich die wunderbare Harmonie der beiden Instrumente. Uta Deilmann und Dan Zemlicka spielten von Beginn an äußerst ausdrucksstark. So hallte auch die „Sicilienne“ von Gabriel Fauré andächtig nach.

Zwischen den Werken erzählten die beiden Musiker einiges über die Harfe und das Cello. Fauré ist etwa einer der wenigen großen Komponisten, die Originalwerke für die Harfe geschrieben haben. Im Konzert kam das einzige Original von Fermo Bellini, dessen „Nocturne op. 12“ erklang. Alle anderen Stücke wurden von Uta Deilmann arrangiert. „Uta hat gerade ein ganzes Orchester übernommen“, schmunzelte Zemlicka nach dem „Kol Nidrei“ von Max Bruch. Das sinfonische Werk für Orchester und Cello hatte Deilmann auf Harfe und Cello reduziert, ohne dass der Hörgenuss eingeschränkt wurde.

Nach der Pause wurde der Abend international. Zunächst beeindruckte Deilmann mit Liedern des irischen Komponisten Turlough O’Carolan, der erst mit 18 Jahren, als er blind wurde, die Harfe und das Komponieren erlernte. Seine Werke verbinden irische und barocke Musik. Anschließend trug Deilmann irische, schottische und bretonische Stücke vor und forderte das Publikum auf, sich fallen zu lassen. Die Töne schwebten durch den Raum und entfalteten eine ganz besondere Wirkung. Denn Deilmann spielte auf einer Konzertharfe, die einen volleren Klang als die irische Harfe hat. Die Konzertharfe, die es erst seit 1810 gibt, hat Pedale, mit denen auch Halbtöne gespielt werden können. Diese fehlen bei der irischen Harfe, sodass sie „heller und silbriger“ (Deilmann) klingt.

Dann stieg Zemlicka wieder ein, ebenfalls mit irischen Traditionals; das bekannteste war wohl „Danny Boy“. Weiter ging es nach Argentinien mit Astor Piazzolla. Dem ruhigen „Oblivion“ schloss sich der „Libertango“ an, der nochmals die Virtuosität der beiden Musiker zum Ausdruck brachte und förmlich zum Tanzen aufforderte. Mit dem „Scherzo op. 12“ von Daniel van Goens endete der Abend furios.

Pastor Karsten Keding bedankte sich für die Vielfältigkeit des Abends und meinte: „Sie haben uns ein Geschenk gemacht“. Damit hat er wohl allen Zuhörern aus dem Herzen gesprochen. Sodann bat er um eine weitere kleine Zugabe. „Dann lassen wir sie aber auch gehen, schließlich müssen sie noch vier Stunden fahren“, sagte er zum Publikum gewandt und wünschte sich noch einmal „Danny Boy“.

Die Zuhörer gingen im positiven Sinne mit gemischten Gefühlen nach Hause: glücklich, entspannt, nachdenklich, wehmütig, schwungvoll….


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