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Falsches Parken an der Schule Gesmold: Gefährliche Situationen für Kinder

Von Conny Rutsch

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Gesmold. Es ist kaum zu glauben, dieses täglich wiederkehrende Phänomen. Und sicherlich ist es nicht nur in Gesmold zu beobachten, soll aber von hier als ein Negativbeispiel beschrieben werden.

Ein besorgter Vater, dessen Tochter zurzeit auf den Rollstuhl angewiesen ist, meldete sich beim Meller Kreisblatt und machte auf die Parksituation rund um die Grundschule in Gesmold aufmerksam. Da lag es nahe, ihn und seine kleine Tochter früh morgens auf dem Fußweg zur Schule zu begleiten.

Und schon bald müssen die Fußgänger den Bürgersteig verlassen, weil vor einem Ladengeschäft gleich drei Autos den Bürgersteig dauerhaft als Parkfläche benutzen. Die kleinen Schulkinder werden auf die Straße gezwungen und mit dem Gegenverkehr konfrontiert.

Direkt vor der Schule dann zeigt sich eine Situation, die die Kinder erst recht überfordert. Obwohl die Schule einen eigenen Parkplatz besitzt, parken die Eltern direkt vor der Schultür auf dem Bürgersteig.

Die Schüler, die zu Fuß unterwegs sind, müssen höllisch aufpassen. Da steigt etwa eine Mutter aus, versorgt ihr Kind mit dem Ranzen, setzt sich wieder ins Auto und fährt rückwärts auf die Straße, ohne sich umzuschauen. Ein Kind muss der Stoßstange ausweichen.

Dass die Mutter sich auch erst anschnallt, als sie sich schon längst wieder im fließenden Verkehr befindet, das sei hier nur am Rande erwähnt.

Schulleiter Uwe Kattlun kennt das Verkehrsproblem vor der Schule. „Im Moment haben wir durch die Baustelle am gegenüberliegenden Kindergarten auch noch die Baufahrzeuge, die die Straße an manchen Tagen zuparken“, sagt er. Als unverantwortlich bezeichnet er die Tatsache, dass in der Straße zur Schule auch die vorgeschriebenen 30 Stundenkilometer oft ignoriert werden. So wie er appelliert auch der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes der Polizei, Michael Perschke, an die Eltern, sich rücksichtsvoll den Kindern gegenüber im Straßenverkehr zu verhalten. „Wir bleiben mit unseren Überprüfungen immer am Ball“, erklärt er.

Nur kurzfristig entschärfe sich die Situation danach.

Gesmolds Ortsbürgermeister Michael Weßler ist das Problem vor der Schule ebenfalls bekannt. „Verständnis für die Schüler und gegenseitige Rücksichtnahme sollten gerade für die Eltern selbstverständlich sein“, sagte er nachdrücklich, schließlich sei der Parkplatz der Schule ja dafür da, um gefährliche Situationen zu vermeiden.

Auch der Leiter des Ordnungsamtes, Andreas Sturm, berichtet über das Gefahrenpotenzial, das morgens vor Kindergärten und Schulen lauert. „Die Autofahrer, allen voran die Eltern, sollten nicht nur an sich selber denken und mit gutem Beispiel in der Verkehrserziehung vorangehen“, sagt er. „Damit die Schüler üben, sich im Straßenverkehr richtig zu verhalten. sollten alle ein wenig mehr Zeit einkalkulieren und einander mit Rücksicht begegnen“, appelliert auch er an die Autofahrer. Die Kinder etwa auf der Fahrerseite aussteigen zu lassen, sei unverantwortlich. Den ruhenden Verkehr vor den Schulen werde er wieder mehr in den Fokus rücken.

„Erziehung ist Beispiel – sonst nichts“, sagte schon der Schweizer Pädagoge Johann Heinrich Pestalozzi.


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