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Zweites Unternehmerfrühstück Lotter Angebot muss sich noch durchbeißen

Von Thomas Niemeyer | 05.12.2013, 17:13 Uhr

Leckere Häppchen von Martina Cords Catering, sportliches Ambiente im Club Orange der Sportfreunde, auf Unternehmerinteressen abgestimmte Referenten und ein ganz auf Wirtschaftsförderung ausgerichteter Bürgermeister – das Angebot stimmte beim zweiten Lotter Unternehmerfrühstück am Donnerstag. Doch die Resonanz hätte sich Veranstalter Rainer Lammers größer vorstellen können.

Mehr als 80 Einladungen hatte die Gemeindeverwaltung vornehmlich an ortsansässige Wirtschaftsbetriebe versandt; doch in dem großzügig geschnittenen VIP-Raum im Stadion am Lotter Kreuz kamen letztlich nur etwa 30 Personen zusammen. Unter diesen waren zudem einige Lokalpolitiker, die zwar auch viel unternehmen, aber dennoch nicht zur Kernzielgruppe eines Wirtschaftsförderers gehören.

SFL-Vorsitzender Rolf Horstmann, der die Gäste als Hausherr begrüßte, darf dagegen als selbstständiger Elektromeister auf die Quote angerechnet werden. Wie er darstellte, sogar doppelt. Denn die Sportfreunde seien mit einem Jahresumsatz in siebenstelliger Höhe und 27 hauptamtlich Beschäftigten – darunter auch die Lizenzfußballer – ebenfalls ein Unternehmen und ein örtlicher Wirtschaftsfaktor. Auch die 34 Ehrenamtlichen vornehmlich in der Jugendarbeit verschwieg Horstmann nicht. Allerdings löste er das Versprechen von Moderator Lammers nicht ein, den Gästen zu erklären, wie das mit dem Drittliga-Aufstieg diesmal klappen werde. Auf solch dünnes Eis begibt sich kein ehrbarer Kaufmann.

Neu in der Runde stellte sich SFL-Marketingleiter Dieter Prütz vor und warb für das Netzwerk, das er um den aufstrebenden Verein herum knüpft. Sein Motto: „Wenn alle am Tisch lächeln, dann war es ein gutes Geschäft.“

„Wir sind stolz auf euch“, legte Rainer Lammers ein glaubhaftes Bekenntnis zu den Sportfreunde ab – er ist Dauerkarteninhaber. Als Angebot an die Gäste verstand er aber auch seine beiden Referenten: Keine langen Reden, sondern kurze Darstellungen ihrer für Unternehmer nützlichen Kompetenzen lieferten Dorothe Hünting-Boll, die stellvertretende Geschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Westfalen Nord in Münster, sowie Unternehmensberater Rainer Lechtenfeld aus Neuenkirchen.

Hünting-Boll sagte wegen des zunehmenden Fachkräftemangels eine IHK-Werbekampagne für berufliche Bildung in den Betrieben zu, forderte die Unternehmer aber auch auf, selbst Kontakte zu den Schulen aufzunehmen und zu pflegen, um sich guten Nachwuchs heranzuziehen. Eine weitere Herausforderung für die gut aufgestellte regionale Wirtschaft seien die steigenden Energiekosten, die – so ihr Appell – bezahlbar bleiben müssten.

„Was tun, wenn der Chef ausfällt“ lautete Lechtenfelds Thema. Und das berührte durchaus empfindliche Punkte: Krankheit, Tod, private und wirtschaftliche Krisen, für die der Referent Vorsorgeregelungen empfahl: Testament, Vollmachten, Dokumentationen und Übersichten aller für ein Unternehmen relevanten Informationen sowie Stellvertreter und Nachfolgeregelungen für den Fall des Falles. „Sie werden niemals alles regeln können, aber fangen Sie damit an – Ihre Angehörigen und ihre Mitarbeiter werden es ihnen danken“, bot der Berater seine fachliche Unterstützung an.

Zum Abschluss stellte Rainer Lammers die aktuellen Themen der Gemeinde Lotte von der Haushaltslage bis zum künftigen Gewerbegebiet am Lotter Bahnhof, von der Großbaustelle eben dort bis zum Rückgang der Schülerzahlen vor. Von seinem Angebot, auch nach Ende des offiziellen Teils noch die Gelegenheit zur Kontaktpflege zu nutzen, wurde wenig Gebrauch gemacht.

Lediglich FDP-Fraktionschef Friedhelm Pösse bemerkte am Rande noch spitz: „Wenn einer wissen will, was so ein Wirtschaftsförderer tun soll, kann ich ihm das wohl erklären.“