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„Wir arbeiten alles Stück für Stück ab“ Lotte in der dritten Liga: Vereinsvorsitzender Saatkamp im Interview

Von Carsten Richter, Carsten Richter | 16.06.2016, 13:30 Uhr

Die Profis der Sportfreunde Lotte sind in die dritte Liga aufgestiegen. Doch auch sonst hat sich im Verein viel getan. Der erste Vorsitzende Hans-Ulrich Saatkamp wagt eine Bestandsaufnahme.

Herr Saatkamp, die Profis haben den Aufstieg geschafft. Welche Auflagen seitens des DFB muss der Verein nun erfüllen?

Das sind Auflagen, die sehr zeitnah zu erfüllen sind. Zum einen natürlich der Ausbau der Osttribüne, wo eine unüberdachte Stehtribüne entsteht. Außerdem müssen Zuwegungen, Toilettenanlagen, Zäune und vieles mehr den Anforderungen enstprechen. Viele Dinge davon wollen wir gerne in Eigenleistung machen. Schön wäre es, wenn der ein oder andere Fan mit anpacken würde. Und zwar jeder nach seinen Möglichkeiten, wobei Handwerker besonders gerne gesehen sind. Wir arbeiten alles Stück für Stück ab und sollten zum Saisonstart pünktlich fertig sein.

Was wird die Stehtribüne kosten, die jetzt neu entsteht?

Ich schätze die Kosten auf rund eine halbe Million Euro.

Wie rechnet sich die dritte Liga insgesamt für die Sportfreunde?

Das werde ich oft gefragt. Es werden deutlich mehr Zuschauer kommen und wir können jetzt mehr Fernsehgelder generieren. Zudem dürften wir mehr Dauerkarten verkaufen und wir hoffen auch auf mehr Einnahmen durch das Sponsoring. Da konnten wir ja mit der Firma Frimo einen Zwei-Jahres-Vertrag als Trikotsponsor abschließen. Wir treffen künftig auf sehr starke Ostvereine, die bekanntermaßen ein starkes Fanaufkommen haben. Außerdem haben wir noch die Spiele gegen Preußen Münster und den VfL Osnabrück.

Wenn Sie an die neue Saison denken, geht Ihnen sicher das Herz auf. Hat es Sie nicht auch überrascht, dass Lotte zuletzt jedes Jahr so eine starke Mannschaft stellen konnte?

Also wir vom Vorstand haben bei unserem Amtsantritt im März 2015 auch nach hinten geschaut und festgestellt, dass der Verein selbst nach dem Scheitern gegen RB Leipzig vor drei Jahren nicht in ein Loch fiel, sondern gleich wieder aufgestanden ist. Das ist schon bemerkenswert, denn woanders könnten dann die Lichter ausgehen. Aber auch in der abgelaufenen Saison sind wir mit 15 Punkten Vorsprung Meister geworden. Das ist wirklich hervorzuheben.

Sie sagten es, künftig kommen mehr Zuschauer ins Stadion. Wie sieht es da mit den vorhandenen Parkplätzen aus?

Auch daran arbeiten wir. Wir haben ja einen Pachtvertrag mit dem Landwirt nebenan. Wie es da weitergeht, müssen wir sehen. Es vergeht gerade eigentlich kaum eine Minute, wo wir nicht Dinge verbessern und vorantreiben.

Aber das in den wenigen Wochen bis zum Drittligastart zu schaffen ist schon sportlich, oder?

Natürlich. Aber wie gesagt, wir arbeiten alles Stück für Stück ab und sind guter Dinge.

Wie steht es künftig um die Sicherheit im Stadion, wenn die vielen Ostvereine kommen?

Klar ist, dass wir diese Chaoten, die nur Radau machen, hier nicht haben wollen. Leider kann man es aber nicht verhindern, dass sie sich unter die Fans mischen. Wir haben allerdings erfahrene Sicherheitskräfte, die schon gegen Leipzig und Mannheim alles im Griff hatten und von daher bleibe ich da ganz entspannt.

Was passiert nun mit der U 23, die ja leider abgestiegen ist?

Auch da sind wir am Ball. Es ist sehr schade und traurig, dass wir die Bezirksklasse nicht halten konnten. Ich gehe davon aus, dass wir in der Kreisliga eine gute Rolle spielen und oben mitspielen werden. Dadurch könnte dann eine Euphorie entstehen, durch die der direkte Wiederaufstieg zu schaffen ist. Es kann eben nicht unser Ziel sein, mit der ersten Mannschaft in der dritten Liga zu spielen und die zweite ist in der Kreisliga zu Hause.

Für den Aufstieg wäre aber eine starke Mannschaft nötig. Wie weit ist man da?

Wir werden da weiter die Augen offen halten. Wobei ich sagen muss, dass ich schon mal einen sehr guten Eindruck von unserem neuen Trainer habe. Er ist ein toller Mann mit sehr viel Fußballverstand. Daher glaube ich an die Wende und an den Aufstieg. Wir müssen und werden eine schlagkräftige Mannschaft zusammenstellen. Unser dritter Vorsitzende Sven Westerhus ist da sehr engagiert.

Kann der Aufstieg der Profis auch Auswirkungen auf den Breitensport haben?

Ich hoffe, dass es Auswirkungen hat. Da unser Verein so bekannt ist, hoffe ich darauf, dass neue Sportinteressierte zu uns stoßen könnten. Schließlich haben wir ein großes Sportangebot und ich hoffe, dass wir in allen Bereichen weiteren Zulauf haben werden. Auch haben wir eine Patenschaft mit der Schule in Westerkappeln und ich denke, dass auch da das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Wir wollen gerne das ganze Tecklenburger Land hinter uns haben und gemeinsam diesen Verein nach vorne bringen. Eben ganz unserem Motto „Volle Lotte“.