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Verunsicherung, aber keine Gefahr Ein Stromausfall in Lotte und die Folgen

Von Erna Berg | 10.07.2014, 19:07 Uhr

Einen lauten Knall direkt vor ihren Haustüren hörten Wolfgang Herzog und Ralf Averwerser am Mittwochnachmittag. Staubsauger und Radio verstummten abrupt – Stromausfall. Draußen stieg schwarzer Qualm empor. Sofort benachrichtigte Herzog die Feuerwehr, natürlich mit Handy, denn das Haustelefon konnte nicht benutzt werden.

Die zehn ausgerückten Feuerwehr-Kameraden merkten jedoch schnell, dass dies kein Fall für sie, sondern für die Fachkräfte der Westnetz GmbH ist. Ein Leitungsschalter war überhitzt; das wiederum führte zu einem Kurzschluss in der Umspannanlage und zum Stromausfall in Teilen Wersens und Westerkappelns (wir haben berichtet).

„Für die Anwohner bestand keine Gefahr“, sagt Ruth Brand. „Es war zwar ein Schwelbrand mit dementsprechend Qualm, aber der war nicht gesundheitsgefährdend“, so die Sprecherin der Westnetz GmbH. Wie es genau zu dem Kurzschluss kam, müsse noch ermittelt werden. „Zunächst einmal ging es nur darum, die Stromversorgung wiederherzustellen.“ Stück für Stück wurde das Netz von Osnabrück aus wieder hochgefahren. Nach 20 Minuten war in 90 Prozent des betroffenen Gebiets wieder Strom verfügbar. Für die unmittelbaren Anlieger wurde sie für die Nacht mit einem Notstromaggregat gesichert.

Am Donnerstagmorgen wurden die Arbeiten nun fortgesetzt. Westnetz hat mittlerweile entschieden, die komplette alte Trafostation auszutauschen. „Sicher ist sicher“, meint dazu Ruth Brand. Für die aufwendigen Bauarbeiten wurde der Strom erneut von 11.30 bis 14 Uhr abgeschaltet.

Verständnis zeigten die betroffenen Anlieger, dass diese wichtigen Arbeiten erledigt werden mussten, aber nicht dafür, dass man entweder gar nicht oder erst direkt vor dem Stromabschalten informiert wurde. „Es war doch absehbar, wann der Strom abgeschaltet wird, und die Zahl der betroffenen Haushalte überschaubar, da hätte man uns doch informieren können“, meint Wilfried Schulte.

Kritik auch vom Hof Stiegemeyer. „Sofort, nachdem man uns Bescheid gesagt hatte, war der Strom auch schon weg“, sagt Bauer Ewald Stiegemeyer. Ohne Strom fiel im großen Schweinestall sofort die Lüftung aus, ein Fiasko bei dem schwülen Wetter gestern. Noch gerade rechtzeitig erreichte Stiegemeyer seinen Sohn Hendrik, um eine eigene Notstromversorgung sicherzustellen. Die hitzeempfindlichen Schweine überstanden die lüftungsfreie Zeit dank Strom vom Trecker.

Was der Zwischenfall kosten werde, konnte Ruth Brand noch nicht beziffern. Fest stehe aber: „Die Westnetz GmbH trägt alle Kosten“.