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Unterstützung zugesagt „Schatzsuche“ in Lotte erfordert großes Egagement

Von Ursula Holtgrewe | 15.02.2016, 11:37 Uhr

Dank großem bürgerschaftlichen Engagement sind die Hefte über Lottes „Schätze“ in Wersen und Halen entstanden. Hauptverantwortlich dabei waren Kornelia Lauxtermann und Dieter Zehm. Sie würden bei „Schatzsuchen“ in Alt-Lotte/Osterberg und Büren beraten.

Hallo Frau Lauxtermann, hallo Herr Zehm. Hatten Sie nicht mal betont, Sie stünden für weitere Projekte nicht zur Verfügung?

Dieter Zehm: Nun, wir freuen uns über die Reaktionen von Bürgern aus den anderen Ortsteilen, die „Wersens Schätze“ und „Halens Schätze“ mit großem Interesse gelesen haben. Da kam auch der Wunsch auf nach vergleichbaren Werken, die „Lottes Schätze“ und „Bürens Schätze“ heißen könnten. Aber hauptverantwortlich kann ich das nicht mehr machen. Es gibt in Lotte sicher Menschen, die viel mehr mit den Ortsgeschichten verbandelt sind. Sie sollten bei den Projekten mitarbeiten, denn sie haben den richtigen Blickwinkel dafür.

Kornelia Lauxtermann: Ja, man darf den Aufwand für die „Schätze“ nicht unterschätzen (schmunzelt). Da braucht es den Idealismus vieler Menschen und deren Sachkunde zu bestimmten Themen. Ich habe mal einen Leitfaden zusammengestellt, in dem unsere Handlungsempfehlungen stichpunktartig aufgelistet sind.

Zum Beispiel?

Lauxtermann: Zu den ersten Schritten gehörte, dass wir Unterstützung der Gemeinde erbaten. Als Halener Bürger hat dann Bürgermeister Rainer Lammers gern die Schirmherrschaft übernommen.

Ohne Finanzspritzen waren die „Schätze“ sicher auch nicht zu heben, oder?

Lauxtermann: Oh ja. Wir waren uns klar, dass wir uns finanzielle Unterstützung sicher mussten, damit das Projekt überhaupt zustande kommt. Neben dem Ortsmarketing der Gemeinde braucht man einen gemeinnützigen Projektträger, der Spendenquittungen ausstellen kann. Ich habe da jedes Mal Dieter bewundert. Er hat sich ums Geld gekümmert. Das muss man können.

Zehm: Es war ein gewisser Aufwand, der dadurch entschädigt wurde, dass so gut wie alle spontan zugesagt haben, „Wersens Schätze“ und „Halens Schätze“ zu sponsern.

Wer war weiterhin wichtig für ein erfolgreiches Projekt?

Lauxtermann: Dazu gehört, dass die Bevölkerung vor Ort von vornherein einbezogen wird in das Projekt über die Vielfalt geschichtlicher Besonderheiten in den Ortsteilen.

Zehm: Das gelang bislang immer, denn auch die Menschen erkannten, dass wir gegen das Vergessen gearbeitet haben.

Mit welchen Organisationen hat der Arbeitskreis „Halens Schätze“ beispielsweise zusammengearbeitet?

Lauxtermann: Es sind unter anderem die Biologische Station des Kreises Steinfurt, die Untere Denkmalbehörde und die Umweltbeauftragte der Gemeinde Lotte ( Weiterlesen: Gespräch mit Lottes Umweltbeauftragter Ursula Wilm-Chemnitz ) sowie die Denkmalbehörde in Münster. Außerdem hatten wir mit Geologen, Biologen und Historikern Fachleute im Team.

Zehm: Zu den Aufgaben der 13 Autoren gehörte auch, Zeitzeugen zu befragen, vorhandene Literatur zu wälzen und in Zeitungsarchiven zu recherchieren. Reine Geschichtsforschung haben wir aber nicht betrieben.

Gibt es jemanden, den Sie sofort wieder mit ins Boot holen würden?

Lauxtermann: Ja klar. Wertvolle Beiträge und Anregungen hat uns für „Halens Schätze“ zum Beispiel Wolfgang Johanniemann gegeben. Er hat einen großen Fundus. Ihn hätten wir schon für „Wersens Schätze“ ansprechen sollen.

Was ist noch wichtig fürs Zustandekommen weiterer „Schätze“ in der Gemeinde Lotte?

Lauxtermann: Sinnvoll ist eine Gründungsveranstaltung des Arbeitskreises und dazu bekannte potenzielle Autoren ebenso einzuladen, aber auch Landwirte, die häufig viel über die Historie wissen, Lokalpolitik, Ortsmarketing, lokale Wirtschaft, Behörden und alle interessierten Bürger. ( Weiterlesen: Unentdeckte Schätze im Schirm )

Welche Inhalte sind bei der Gründungsversammlung besonders wichtig?

Zehm: Das zu werten ist nicht leicht. Alle Aufgaben sind wichtig. Eine vorläufige Themenwahl ist sinnvoll, auch die maximale Länge der Beiträge. Zudem muss es ein Redaktionsteam geben, das beispielsweise Urheberrechte prüft und inhaltliche Schlüssigkeit, aber auch Rechtschreibung und Zeichensetzung.

Lauxtermann: Besonders zu beachten sind bei der Arbeit die Urheberrechte, aber auch Betretungsrechte von Grundstücken und zum Schluss das Verfassen von Wegbeschreibungen, damit auch Auswärtige die „Schätze“ finden können.

Haben Sie weitere Tipps für neue Teams?

Lauxtermann: Erst einmal würde es uns sehr freuen, wenn sich für Büren und Alt-Lotte/Osterberg Menschen zusammenfinden, die ein Stück Heimatkunde kompakt zum Lesen und Nachvollziehen zusammentragen möchten. Sollte das für beide Ortsteile parallel geschehen, würden Dieter Büren und ich Lotte/Osterberg beraten – sofern die Beteiligten es wollen. ( Weiterlesen: „Halens Schätze“ erhalten RWE-Klimaschutzpreis )