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Umweltschutzprojekt in Lotte Kinder der Regenbogenschule Büren entdecken Bienenwelten

Von Ulrich Eckseler, Ulrich Eckseler | 10.06.2018, 17:33 Uhr

Auf eine spielerische Entdeckungstour in die Welt der Bienen gingen am Freitag die Schüler der Klassen 2a und 2b der Regenborgenschule in Lotte-Büren. Die Schulaktion fand im Rahmen eines Förderprogramms statt, in dem Kinder für den Umweltschutz sensibilisiert werden.

„Sticht die?“, fragten die Schüler Thomas Leeker noch etwas zurückhaltend, als der Imker ihnen einige reglose Bienendrohnen zur Veranschaulichung auf die Hand legte. „Nein, die sind tot. Und wenn dann stechen auch nur die weiblichen Bienen“, erklärte der Vorsitzende des Kreisimkervereins Tecklenburger Land. Ganz überzeugten seine Worte dann aber doch nicht, denn das ein oder andere Kind hatte trotzdem großen Respekt vor den Tieren, zumal Leeker ebenfalls eine verstorbene Hornisse mitgebracht hatte. Andere, wie Sama und Lucie waren da schon mutiger: „Das hat Spaß gemacht, die Biene auf die Hand zu nehmen“, schilderten sie. „Ich kann Schülerinnen und Schülern theoretisch beschreiben, was im Magen einer Biene passiert. Aber sie wollen das spielerisch erleben, die Tiere auch mal anfassen“, gab Leeker zu verstehen.

Junge Naturforscher

Der Experte erklärte den jungen Naturforschern, dass Bienen, ähnlich wie Ameisen, in einem Sozialstaat leben. 60000 Exemplare zähle ein solches Volk. „Und alle arbeiten für die Königin“, so Leeker. Anschaulich verdeutlichte er den Kindern anhand eines Bienenkastens den Aufbau eines Staates und wie sich die Nachkommen entwickeln. „Ein Bienenbaby braucht für seine Entwicklung 21 Tage. Danach bleibt es aber weitere 20 Tage im Nest, zum Hausdienst, denn es muss die Königin füttern, putzen und sie bewachen. Erst dann fliegt die Biene raus, um Pollen zu holen.“ Aber auch in diesem Stadium lebe das Tier nur noch 20 Tage. Allerdings würde eine Königin jeden Tag 2000 Eier legen, erklärte Leeker den beeindruckten Kindern.

Verlassenes Wespennest

Weiter berichtete der Imker, wie der Honig aus den Wabenplatten geerntet wird. Dabei komme oftmals eine Pfeife, in der Holzspäne verbrannt werden, zum Einsatz, da der Rauch die Tiere beruhige. Die Funktionsweise konnten die Kinder dann auch gleich selber ausprobieren. Nicht nur Schülerin Lucie fand daran Gefallen. Auf großes Interesse stieß zudem ein verlassenes Wespennest, das der Imker herumreichte.

Bei einem anschließenden Rundgang um die Schule begaben sich die Kinder im Anschluss in freier Natur auf Bienensuche. Lange mussten sie jedoch nicht suchen. Schon in den Gärten der Nachbarschaft tummelten sich einige Exemplare, bevorzugt auf Lavendelblüten. Weiter ging es in den angrenzenden Park, wo die Kinder äußern konnten, welche Orte ihnen in ihrer Umgebung gefallen und wo sich Bienen wohlfühlen könnten. Nach dem Ausflug in den Park machten sich die Schülerinnen und Schüler schließlich daran, Unterschlüpfe für Wildbienen zu bauen. Diese Bienenhotels sollen dann an geeigneten Orten aufgestellt werden.

Sieben auf einen Streich

Die Aktion ein Aspekt des Projektes „Sieben auf einen Streich“. 2017 hatte der Kreis Steinfurt für sieben Kommunen bei der KfW Bank gestellt. Für diese Kommunen werden nun sogenannte Quartierskonzepte und Maßnahmenempfehlungen erstellt. Diese untersuchen die Gegebenheiten und Potenziale des Quartiers und erarbeiten zusammen mit der Kommune und den Bewohnern Handlungsansätze im Bereich Energieeffizienz und klimabewusstes Verhalten. Wohn- und Lebensqualität sollen so künftigen Herausforderungen angepasst werden. Angesiedelt beim Kreis Steinfurt koordiniert der Verein „energieland2050“ das Geschehen und hilft bei der Konzepterstellung. „Wir möchten natürlich nicht nur Erwachsene einbeziehen, sondern auch die Kinder vor Ort fragen, was sie sich für ihr Quartier wünschen“, so Projektkoordinatorin Sara Dietrich. Gleichzeitig sollen sie für die Themen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Umwelt sensibilisiert werden. „Wir möchten den Kindern spielerisch die Funktion unserer Ökosysteme am Beispiel der Honigbiene vermitteln und aufzeigen, welchen Einfluss sie auf den Menschen hat“, so Dietrich weiter. Das Projekt fand mit Unterstützung der Initiative Bildung für Nachhaltige Entwicklung statt.