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Stimmungsvolle Vernissage Alt-Lotte erneut Mekka regionaler Kunstfreunde

Von Ursula Holtgrewe | 17.04.2016, 14:21 Uhr

Es war einmal mehr eine besondere Vernissage, zu der der Kunstkreis Lotte eingeladen hatte. Dazu trug auch der syrische Flüchtling Danial Sakka bei, der ein Bild mit christlichem Motiv ausstellte – sowie die beiden Newcomerinnen Christiane Budke und Yu-Fen Kuo-Heinrich.

„Ich freue mich besonders, dass der Kunstkreis auch in der Nachbargemeinde Westerkappeln geschätzt wird“, betonte der Kunstkreisvorsitzende Claus Weidner bei der Eröffnung. Er begrüße Westerkappelns Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer und Raimund Beckmann, der einst den Kulturhof Westerbeck gründete.

Jedes Werk ein Stück Künstlerseele

Das Besucherinteresse zeige, dass der kreative Verein auf dem richtigen Weg sei, hob Weidner heraus. „Malen beginnt dort, wo Worte nicht mehr reichen“, zitierte er und machte aufmerksam auf Botschaft und eigene Sprache der unterschiedlichen Arten von Kunst: Jedes Werk spiegele die Künstlerseele wider. Ausdrucksvoll waren auch die Ergebnisse der Senioren in „Zwei Eichen“.

Syrer malt Sakrales

Eine Botschaft der Seele zeigte sich gleichfalls in dem sakralen Bild von Danial Sakka: Jesus mit einem Lamm, umrahmt von einer pastellfarbenen Blütenvielfalt. „Ich habe zu dem Jesus-Motiv Blüten dazu gemalt. Sie symbolisieren meine Heimat Syrien“, erklärte er ein wenig wehmütig. In seiner Heimat wurde die Begabung des Metallverarbeiters von der Kirchengemeinde gefördert.

„Nachmittags habe ich für Kinder der Gemeinde Kurse gegeben“, berichtete Sakka. Er sei überwältig gewesen, dass ihn in Lotte alle unterstützt hätten, wodurch das Bild zustande kam. „Ich hatte sofort das Gefühl, dass ich als Mensch angesehen werde“, war Sakka wichtig zu sagen, dass er diese Art von Integration sehr schätze.

Zarte und kräftige Motive

Erstmals waren auch Yu-Fen Kuo-Heinrich mit eher zarten Motiven und Christiane Budke dabei. Sie zeigte einen Querschnitt aus erst dreieinhalb Jahren künstlerischen Schaffens – erst autodidaktisch, dann in Kursen. „Meine Bilder passieren mir“, erklärte sie. Sie beginne zu malen, und dann entwickele es sich immer weiter, bis sie zufrieden sei. Wie bei „Der zerbrochene Krug“, einem Materialmix, bei dem Christiane Budke einer bedauerlicherweise zerbrochenen Vase mit Spachtelmasse zu neuer Wirkung verhalf.

Wer nicht da war, hat was verpasst

Mit musikalischer Kunst umrahmten Benjamin und Christian Pfordt das stimmungsvolle Geschehen. Bürgermeister Rainer Lammers stellte in seiner Ansprache die Überlegung in den Raum, die Westerkappelner künftig mit einzubeziehen. „Es herrschen hier gute Atmosphäre und Stimmung. Wer das noch nicht erlebt hat, weiß nicht, was er verpasst“, richtete Lammers ein Kompliment an den Kunstkreis Lotte.

Der hatte für Sonntag den Hobbyschmied Frank Walderstein eingeladen, Schmiedekunst vorzustellen.

Kunst kaufen, um sich daran zu erfreuen

Ein Ausschnitt der Ausstellungsvielfalt ist in der Bildergalerie zu betrachten. Besucher, die sich in ein bestimmtes Kreativergebnis verliebt hatten, konnten es in der Regel auch kaufen. Der Frage, warum nicht Geld ausgeben, wenn einem etwas Künstlerisches gefalle und der Seele guttue, ging Pastor Detlef Salomo nach. Aus rein wirtschaftlicher Sicht könne kreatives Schaffen als Verschwendung von Zeit und Kraft angesehen werden.

Andererseits erfülle es die Künstler, ihrem Schaffen nachzugehen, ohne an Gewinn zu denken. Und Salomo betonte: „Die Welt würde sich verändern, wenn wir uns Kunst, die uns guttut, nicht mehr leisten würden.“

Kuchen-Kunst in der Cafeteria

Das dachte sich auch die zahlreichen Besucher, die das Haus Hehwerth zum Mekka der Kunstliebhaber machten. So manch einer bereitete sich und den Künstlern gleichermaßen eine Freude mit seinem Kauf. Ach ja, mit Kuchen-Kunst beglückte der Verein übrigens auch – in der Cafeteria.