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Sechs Infotreffen vorgesehen In Lotte fehlen 32 Prozent für Glasfaserausbau

Von Ursula Holtgrewe | 10.06.2016, 14:11 Uhr

Eher zögerlich schließen derzeit Lotter Bürger Verträge mit der Deutschen Glasfaser (DG) ab – noch. Weitere Infoveranstaltungen gibt es demnächst, damit jeder die Gelegenheit hat, sich zu informieren.

„Die Nachfragebündelung der Deutschen Glasfaser läuft auf Hochtouren. Von den angestrebten 40 Prozent haben wir bisher acht Prozent erreicht. Das heißt, dass bis zum 11. Juli noch 32 Prozent fehlen“, berichtet Lottes Wirtschaftsförderin Joana Watermeyer. DG-Projektleiter Mirko Tanjsek verweist gelassen darauf, dass bis dahin noch vier Wochen Zeit sind: „Die Lotter sind sehr fragefreudig“, sagt er und kündigt an: „Wir fangen jetzt an mit den Haustürbesuchen.“

Größter Zulauf bei DG gegen Ende der Nachfragebündelung

Erfahrungsgemäß würden die größten Nachfragesprünge in den letzten zwei bis vier Wochen erreicht, sagt auch Lottes Wirtschaftsförderin. Infotermine gibt es am Montag, 13. Juni, 20 Uhr, im Ratssaal mit Prof. Dr. Stephan Breide in Kooperation mit der Steinfurter Kreiswirtschaftsförderung. Am Dienstag, 28. Juni, informiert die DG um 19 Uhr in der Bürener Elly-Heuss-Begegnungsstätte. Das Vereinsheim des SC Halen ist DG-Infoveranstaltungsort am Mittwoch, 29. Juni, 19 Uhr.

Zwei „Glasfaser-Tage“

„Darüber hinaus sollen noch zwei „Glasfaser-Tage“ in Wersen und Alt-Lotte angeboten werden. Informationen zum Ablauf, zum Tag und zur Uhrzeit werden noch bekannt gegeben“, informiert Joana Watermeyer.

Multiplikatorentreffen

In einem weiteren Treffen solle mit den Multiplikatoren darüber gesprochen werden, wie das Projekt auf den letzten Metern noch unterstützt werden könne, berichtet sie weiterhin. Termin: Dienstag, 14. Juni, 19 Uhr, im Ratssaal. Um für die Gemeinde Lotte flächendeckend Glasfaser zu erhalten, „sollten für die ,letzte Meile‘ des Projekts noch einmal alle Kräfte gebündelt werden, betont Lottes Wirtschaftsförderin.

Firmen wollen Anschluss an Datenautobahn

Joana Watermeyer und Kurt Beneking, IT-Experte der Gemeindeverwaltung, begründen auch noch einmal, warum die Gemeinde so am Gelingen des Glasfaserprojektes interessiert ist. Für viele Unternehmen, die über eine Ansiedlung in Lottes Gewerbegebieten nachdenken, sei nicht nur der Autobahnanschluss wichtig. „Die erste Frage ist die nach dem Anschluss an die Datenautobahn“, so Watermeyer.

Auch für Privatkunden immer wichtiger

Auch für private Hauseigentümer seien die Datenübertragungsraten, die bei Glasfaser leistungsfähiger als bei Kupferkabel seien, „nicht unwichtig heute“, ergänzt Beneking. Schließlich ändere sich das Nutzerverhalten rasant, und niemand wisse, was in fünf Jahren gefordert werde: „Man muss einfach gerüstet sein“, betont der IT-Experte.

Verlegetiefe „kein Problem“

Das in der Nachbargemeinde Hasbergen vorgebrachte Argument, dass die von der DG geplante Verlegungstiefe für das Glasfaserkabel zu gering sei und die Leitung damit störanfällig mache, habe man in Lotte und mit Experten auf Kreisebene ausgiebig diskutiert. Glasfaser sei im Gegensatz zu Kupfer weder frost-, noch feuchtigskeitsanfällig, die Mindestverlegungstiefe von 30 Zentimetern zulässig und „kein Problem“. Einziger Nachteil: Die Versorger, die ihre Leitungen in normaler Tiefe von 60 Zentimetern liegen haben, kämen bei Reparaturarbeiten schwerer an diese heran. Die Gemeinde finde: „Besser diese Verlegetiefe als gar keine Glasfaser.“ Anders würde sich das auch für die DG nicht rechnen, erklärt Beneking.

Störunanfällig

Noch deutlicher wird DG-Projektmanager Tanjsek: Die angebliche Verlegetiefe von 30 Zentimetern sei eine „willkürliche Größe“, das Glasfaserkabel könne abhängig von den örtlichen Gegebenheiten auch 40 oder 50 Zentimeter tief liegen. „Wir graben bis unter die Tragschicht“, sagt er. Ob Starkregen oder Blitzeinschlag, Eis oder Schnee, sei bei Glasfaser „völlig egal“, weil in keinem Fall die Übertragung gestört werde.

Wachsende Datenmengen

Tanjsek hebt neben dem Faktor Standortsicherung für die Gemeinde auch die Bedeutung für den normalen Verbraucher hervor, der immer häufiger Internet-TV, PC, Tablets, Smartphones und Streamingdienste zum Teil gleichzeitig nutze, was sich in Zukunft noch verstärken werde. „Wer jetzt sagt, dass Privatkunden die Leistung nicht brauchen, denkt zu kurz.“ Ähnliche Debatten habe es in der Vergangenheit schon bei ISDN und UMTS gegeben. „Ich kann nur eins sagen: Noch mal für umsonst wird‘s das nicht geben“, betont er.