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Rat verabschiedet Resolution Tecklenburger Nordbahn, Reizthemen und eine Ehrung

Von Angelika Hitzke | 18.12.2015, 16:30 Uhr

Randvoll gepackt war die Agenda der letzten Lotter Gemeinderatssitzung in diesem Jahr, die denn auch einschließlich nichtöffentlichem Teil vier Stunden dauerte. Neben den eher trockenen Haushaltsthemen, über die wir gesondert berichten werden, ging es in der öffentlichen Beratung unter anderem um das Reizthema „Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn“.

Was die Bürger besonders freuen dürfte: Der Rat hat auch einstimmig beschlossen, die Abfallgebühren um durchschnittlich sechs Prozent zu senken.

Auf der Tagesordnung stand ein Antrag der CDU-Fraktion, an den Zweckverband SPNV Münsterland als Planungsverantwortlichen der Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn eine Resolution zu richten. In der werden die Planer des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) aufgefordert, auf die ausschließliche Prüfung auf der Basis der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung zu verzichten und stattdessen auch die Machbarkeit nach der Straßenbahn-Bau- und Betriebsordnung sowie mögliche Mischformen zu prüfen. Hintergrund ist die von der CDU vor einem Dreivierteljahr ins Spiel gebrachte Stadtbahn-Idee, um die Gemeinde aktiv am laufenden Planungsprozess zu beteiligen, statt mit einer strikten Ablehnungspolitik außen vor zu bleiben.

Wegen der bekannten Nachteile für Büren geht bei dem Thema nach wie vor ein Riss durch die Gemeinde. So kritisierte in der Bürgerfragestunde Rita Beimdiek als Vorsitzende der Siedlergemeinschaft Büren, dass die Reaktivierung überhaupt thematisiert werde, wo sich doch in einer Umfrage mit Unterschriftensammlung 65 Prozent der Bürener dagegen ausgesprochen hätten. Sie schlug vor, die Bahn in Wersen enden zu lassen. „Die Idee habe ich heute zum ersten mal gehört“, wunderte sich Bürgermeister Rainer Lammers. Er verwies darauf, dass nicht die Gemeinde Betreiber der Planung, aber schon der Auffassung sei, dass die Bahn, wenn sie denn nicht zu verhindern sein werde, bis in den Osnabrücker Hauptbahnhof fährt.

Grünen-Sprecher Dieter Hörnschemeyer gab zu, dass die Tecklenburger Nordbahn auch in der eigenen Fraktion umstritten sei. „Wir sollten aber über den Tellerrand hinausschauen“, sagte er. Die Haltung der CDU, sich mit der Suche nach Alternativen Einflussmöglichkeiten offen zu halten, sei bemerkenswert: „Hut ab!“

Verabschiedet wurde die Resolution dann gegen die beiden Stimmen der FDP. Deren Sprecher Friedhelm Pösse erklärte: „ Wir lehnen die Reaktivierung nach wie vor kategorisch ab .“

Weitere Reizthemen waren die im Fachausschuss beschlossene Neuplanung zur Sanierung des Berliner Platzes und die Elly-Heuss-Begegnungsstätte. Wahrend die Fraktionschefs Werner Schwentker (CDU), Thomas Giebel (SPD) und Dieter Hörnschemeyer (Grüne) sich erleichtert oder sogar froh darüber zeigten, dass mit der Entscheidung endlich „der Knoten durchschlagen“ worden sei, wetterte Friedhelm Pösse für die FDP, dass die Gemeinde hier „für 400000 einen Parkplatz saniert“. Das lehne man ab.

Der ehemalige CDU-Ratsherr Thomas Baumann warf in der Bürgerfragestunde ein ganzes Paket von Fragen zur Entwicklung der Elly-Heuss-Begegnungsstätte nach Änderung des Mietvertrags mit der Awo auf. Seine Frau wollte wissen, wann den mit anbieterunabhängigem schnellen Internet in Büren zu rechnen sei. Schwentker sicherte zu, die Elly-Heuss-Zahlen zu recherchieren und die Fragen dann zu beantworten. Bürgermeister Lammers, sagte, dass der Glasfaserausbau „in den nächsten zwei Jahren durchaus realistisch“ sei.

„Oft engagieren sich gerade diejenigen, die am wenigsten Zeit haben“, würdigte Bürgermeister Lammers stellvertretend für die „unzähligen“ Ehrenamtlichen in Lotte die Verdienste von Edeltraud Klein. Die Organisatorin des Spiels ohne Grenzen, ehrenamtliche Seniorenbetreuerin in „Zwei Eichen“ und Lesepatin an der Grundschule Alt-Lotte arbeite eng mit dem Gemeindejugendring und mit der Jugendpflege im Bansen zusammen. „Wen wundert“s, dass Du auch in der Flüchtlingshilfe tätig bist“, zählte er als Beispiele für ihr breites Engagement auf.