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Puschelige Larve, die Buchenblätter frisst, wird ein Nachtfalter Kleine Raupe Nimmersatt

Von Ursula Holtgrewe | 27.09.2011, 14:38 Uhr

Ein puscheliges gelbes Bürstchen bewegte sich jetzt auf dem grauen Pflaster einer Einfahrt am Alt-Lotter Lilienweg. Bürsten können aber nicht laufen. Also musste es eine Raupe sein.

Welche Spezies schlüpft nach der Verpuppung heraus? Bevor das Internet weiterhelfen konnte, wurde das gelbe Pelzchen zum Fotostar aus verschiedenen Perspektiven. Kam ihr die Kamera zu nahe, knickte die Gelbe kurz hinterm Kopf ab und zeigte ein schwarzes „Auge“ (Bild rechts). Oder der kleine Beatle erhob sich und wollte aufs Gehäuse des Apparates klettern. „Wa guckst du?!“ schien er mit freundlichem Grinsen zu sagen (links). Der Schnappschuss oben macht klar, dass das rote Büschel hinten sitzt. Die Fotos auf dem Chip und der Vergleich im Internet halfen nach einigem Suchen weiter: Der rund fünf Zentimeter lange farbige Geselle war das Jugendstadium des Buchenstreckfußes. Das ist ein Nachtfalter, der auch Buchenrotschwanz genannt wird wegen der roten Haarbüschel. Die Larven bestehen aus elf Segmenten, deren Zwischenräume schwarz sind. Junge Raupen sind hellgelb-grün, alte braun-rosa, erklärt Wikipedia. Sie fressen nicht nur Rotbuchenblätter, sondern mögen beispielsweise auch Salweide, Hainbuche, gemeine Hasel und Hängebirke. Weibliche Falter sind größer als die männlichen und hellgrau-bräunlich gefärbt, also weit weniger attraktiv und auffällig als die Raupen. In Ruhestellung haben sie das vordere Beinpaar nach vorn gestreckt, daher die Bezeichnung Streckfuß. Durch die felligen Beine und gleiche Kopfpartie sind die Raupen ein attraktiver Hingucker, wenn sie in der Dämmerung unterwegs sind. Das ist der Chronistin im zurückliegenden Sommer verschiedentlich aufgefallen.