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Neue Wege bei der Nachwuchssuche Feuerwehr Lotte will für wichtiges Ehrenamt werben

Von Laura Lehmkuhl | 16.02.2017, 13:26 Uhr

Obwohl es als eines der wichtigsten Ehrenämter überhaupt gilt, müssen viele Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen um Nachwuchs kämpfen. Der demografische Wandel macht sich hier besonders bemerkbar: In einer immer älter werdenden Gesellschaft gibt es immer weniger junge Menschen, die zu Wasserpumpe oder Schlauch greifen, um sich ehrenamtlich bei der Feuerwehr zu engagieren. Auch die Freiwillige Feuerwehr Lotte bekommt das zu spüren.

Für die Gemeinde mit 14000 Einwohnern müsste nach aktuellem Brandschutzbedarfsplan eine Feuerwehr mit einer Personalstärke von 140 aktiven Kräften, also einem Prozent der Bevölkerung vorhanden sein, erklärt Wehrleiter Volker Rapelius. Momentan sei die Lotter Wehr mit 70 aktiven Mitgliedern in den Löschzügen Alt-Lotte und Wersen also definitiv unterbesetzt und eine Erhöhung der Gesamtstärke ist dringend notwendig. Auch die sehr aktive Jugendfeuerwehr, die aktuell 35 Jugendliche stark ist, kann diesen Personalmangel nicht ausgleichen.

Probleme beim Feuerwehrnachwuchs

Durch Maßnahmen wie Bannerwerbung und private Werbung bei Freunden und Bekannten konnten in den vergangenen Jahren schon ein paar neue Mitglieder gewonnen werden. „Wir könnten aber durchaus noch einige aktive Kräfte mehr gebrauchen“ äußert Rapelius. Trotz der Unterbesetzung wird in Lotte erst einmal von einer Pflichtfeuerwehr, wie es sie in wenigen deutschen Städten gibt, abgesehen, erklärt Rapelius weiter. Eine Pflichtfeuerwehr wird dann eingerichtet, wenn eine Freiwillige Feuerwehr nicht zustande kommt und geeignete Personen zum Feuerwehrdienst verpflichtet werden müssen, um den Brandschutz zu gewährleisten. Um der Unterbesetzung entgegenzuwirken startet die Feuerwehr Lotte nun einen neuen Versuch, das Ehrenamt in der Freiwilligen Feuerwehr zu stärken und mehr Menschen für diesen wichtigen Job zu begeistern und nimmt dafür an einer Imagekampagne des Projektes „FeuerwEhrensache“ teil.

Landesweite Kampagne „Für mich - Für alle“

Um die Handlungsfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr, die eine tragende Säule im Bereich der Gefahrenabwehr darstellt, nachhaltig zu stärken, wurde das Gemeinschaftsprojekt „FeuerwEhrensache“ im November 2016 vom Ministerium für Inneres und Kommunales und dem Verband der Feuerwehren in NRW gegründet. Die Imagekampagne, die nun auch die Lotter Wehr bei der Werbung neuer Mitglieder unterstützen soll , ist ein Teil dieses Projektes. „Ohne die freiwilligen Feuerwehren wären die Menschen in Nordrhein-Westfalen vor Bränden, Unwettern und anderen Gefahren sehr viel schlechter geschützt“ stellte Innenminister Jäger beim Kick-Off der Kampagne im November fest, wie es auf der Internetseite des Ministeriums für Inneres und Kommunales heißt. Um den Menschen also auch in Zukunft in solchen Situationen helfen zu können, brauchen die Freiwilligen Feuerwehren des Landes mehr Nachwuchs. Die landesweite Kampagne soll bei der Nachwuchsanwerbung helfen und mit dem Slogan „Für mich - Für alle“ ganz gezielt potenziellen Feuerwehr-Nachwuchs ansprechen.„Teamgeist, Offenheit, Kameradschaft und Leistungsbereitschaft - das macht die Freiwillige Feuerwehr aus“ heißt es auf der Website des Projektes und macht deutlich, dass es meist um mehr geht, als Feuer löschen.

Mit verschiedenen Maßnahmen zum Ziel

Eine groß angelegte Plakataktion auf rund 2000 Flächen in NRW soll auf die Relevanz der Feuerwehr hinweisen. So heißt es zum Beispiel auf einem Plakat: „Gemeinsam geben wir alles, damit andere nicht alles verlieren“. Die vielen Plakate sind allerdings nur der sichtbare Teil der Kampagne. Auch Feuerwehr intern soll etwas passieren: Es werden professionelle Coachings und Workshops für die Feuerwehrmitglieder aller Kommunen angeboten. So sollen sie zu Botschaftern der Kampagne werden und mit dem nötigen Know-How selbst Mitglieder anwerben. Verstärkt wird die Kampagne außerdem durch eine spezielle Website, Artikel in Fachzeitschriften und die Nutzung von Social-Media-Kanälen.

Umstrukturierungen in der Feuerwehr Lotte

Auch für die Freiwillige Feuerwehr Lotte ist die Teilnahme an der Imagekampagne ein wichtiger Versuch, um auf ihre Unterbesetzung aufmerksam zu machen und dringend benötigte neue Mitglieder anzuwerben. Derzeit stehen noch einige Umstrukturierungen in der Führungsebene der Feuerwehr Lotte an : Im April soll eine neue Feuerwehrleitung ins Amt kommen. Daher startete die Freiwillige Feuerwehr Lotte noch nicht mit konkreten Maßnahmen der Kampagne, sondern wartet erst den anstehenden Führungswechsel ab, um dann mit frischer Energie in die verschiedenen Aktionen zu starten.