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Lottes Gemeindeschützenkönigin weint Tränen der Freude und Erleichterung Gerhild Jäkel hält die Kette in Halen

Von Ursula Holtgrewe | 04.09.2011, 14:36 Uhr

„Huch!“ Gerhild Jäkel schlägt die Hände vors Gesicht. Freudentränen kullern über die Wangen der Halener Königin. Im Alt-Lotter Schützenhaus jubelt ihre Delegation. Grund: Gerhild Jäkel ist die dritte Gemeindekönigin in Lotte, die zehnte Halener Majestät der Majestäten im 37. Lotter Wettbewerb. Und sie sorgt dafür, dass die Kette in Halen bleibt. Strahlend registriert das auch Vorgänger Jörg Ratermann.

Aufgeregte Tage lagen hinter der Schützin. Der Wettbewerb der fünf Lotter Schützenvereine verfolgte sie. „Ich habe sogar geträumt, das Gewehr ist weg“, erinnerte sie sich, bevor sie als vierte die Schießbahnen des Schützenvereins Lotte betrat. Weil die Alt-Lotter Schützen diesmal königslos waren, wurden vier Startnummern zugelost. Die ersten je fünf Probe- und Wertungsschüsse mit dem Kleinkalibergewehr gab Ulrich Schnarre vom SV Dütestrand Wersen ab. Es folgten Christa Klausmeyer (Allgemeiner Schützenbund Botterbusch), Werner Siekkötter (SV Osterberg) und Gerhild Jäkel. Ihnen hatte Bürgermeister Rainer Lammers gewünscht: „Ich hoffe, ihr seid alle gut zufrieden und die Betroffenen nicht allzu nervös.“

Doch, das waren sie – jeder Kandidat inklusive Gefolgschaft. Angeregtes Plaudern überdeckte das indes. Mit erleichtertem Lächeln kam Ulrich Schnarre zurück. Gute Laune herrschte am Wersener Tisch. Schnarre ulkte: „Wenn es nicht geklappt hat, liegt es am Urlaub von Oberst Thorsten Ahlemeyer.“ Der verschmitzt: „Und wenn es zum Gemeindekönig reicht, ist auch der Urlaub schuld.“

„Wir sind immer zuversichtlich“, sagte Botterbusch- Vorsitzender Heinrich Arendröwer fröhlich. Prinzgemahl Wilfried Klausmeyer, dessen Frau Christa gerade auf der Bahn war, nickte und sagte: „Ich glaube, dass sie sehr entspannt darangeht.“ Walter Siekkötter aus Osterberg blickte zurück: „Als ich es im Jahr 1992 hinter mir hatte, war ich auch sehr erleichtert.“

Am Halener Tisch fühlten alle mit Gerhild Jäkel. „Unsere Königin ist so nervös, und dabei kann sie gut schießen“, sagte Vorsitzende Angelika Bunten. „Am liebsten hätte ich als Erste geschossen“, so die Königin angespannt. Die Erlösung stand kurz bevor.

Nach dem letzten Schuss gesellte sich Rainer Lammers zu Sportleiter Helmut Willms und Schiedsrichter Manfred Rapelius. Traditionell trug er die Platzierungen von hinten vor und erklärte: „Es liegt jeweils nur ein Ring dazwischen.“ Nach dem Jubel gab Jörg Ratermann die Kette ab, die Lammers der gerührten Gerhild Jäkel umhängte. Ratermann dankte für die stets herzliche Aufnahme und Unterstützung: „Es ist mir wichtig, dass der Gedanke des Schützenwesens und die Traditionen erhalten bleiben.“

Bevor sich alle am verlockend duftenden Buffet von Schuberts Catering stärkten, überreichte der Osterberger Präsident Siegfried Schirmbeck Anstecknadeln des Heimatschützenbundes Tecklenburger Land in Gold an Gerhild Jäkel, in Silber an Ulrich Schnarre und in Bronze an Christa Klausmeyer. Dann konnte gefeiert werden.