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Lotte: Pause für Helfer Negraßus und Rehberg laden Flüchtlinge zu sich ein

Von Angelika Hitzke | 24.12.2015, 09:30 Uhr

Die hauptamtlichen Betreuer und die Ehrenamtlichen von der Flüchtlingshilfe Lotte sind hoch motiviert und engagieren sich in den unterschiedlichsten Bereichen für die Asylbewerber.

Gerade erst waren sie mit einer Gruppe von 59 Flüchtlingen im Osnabrücker Zoo und freuten sich über die strahlenden Kinder, aber auch die staunenden Eltern, die auch noch nie in einem solchen Tiergarten waren: „Ich habe von den Tieren gar nichts gesehen, bloß die großen Kinderaugen“, erzählt Flüchtlingsbetreuer Frank Negraßus – und man hört das Lächeln in seiner Stimme. „Selbst in Damaskus gibt es so etwas nicht“, erfuhr er von seinen Schützlingen. Fotos von diesem Ausflug sind auf der Facebook-Seite der Flüchtlingshilfe Lotte eingestellt.

Doch auch die Helfer machen über das lange Weihnachtswochenende Pause und feiern mit ihren eigenen Familien. Sind die Flüchtlinge dann in ihren Unterkünften sich selbst überlassen? Wissen die überwiegend muslimischen Neuankömmlinge überhaupt, dass die Geschäfte zu sind und sie sich vorher mit Lebensmittelvorräten versorgen müssen? „Da müssen wir noch Aushänge machen“, sagt Negraßus, der ja seit Anfang Dezember mit Adel Ahmad einen Arabisch sprechenden und schreibenden Kollegen an der Seite hat. So etwas wie eine Weihnachtsfeier oder ein gemeinsames Essen sei nicht geplant, berichtete er: „Das ist ja nur ein etwas verlängertes Wochenende.“ Ohnehin seien auch die Ehrenamtlichen nicht jeden Tag permanent präsent. Und die Kleiderkammer werde wohl an den Feiertagen und zwischen den Jahren geschlossen bleiben – auch, weil nach den jüngsten Informationen für diese Zeit keine Neuzuweisungen zu erwarten seien.

Ob die zurzeit acht Paten etwas mit „ihren“ Flüchtlingen unternehmen, weiß Negraßus nicht. Hans-Jürgen Rehberg, schon seit fünf Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe aktiv, ist nach eigener Aussage nut Heiligabend bei Familienangehörigen in Köln. „Am 1. und 2. Weihnachtstag kommen immer ein paar vorbei“, sagt der von den Asylbewerbern „Papa“ genannte Rentner aus Büren, „auch die Jungs, die schon anerkannt sind. Die ruf ich an, und dann kommen die.“

Für einen von ihnen suche er gerade dringend eine kleine, bezahlbare Wohnung mit Küche, Bad und Balkon bis maximal 55 Quadratmeter. Mehr stehen nämlich auch anerkannten Asylbewerbern von Rechts wegen nicht zu.

Frank Negraßus und seine Frau haben zu Weihnachten eine syrische Frau und ihre Mutter zum Festessen eingeladen. „Silvester machen Freunde von mir eine große Party. Da werde ich sechs bis sieben Leute aussuchen, mit denen ich näher bin, die kommen dann einfach mal mit“, erzählt Negraßus.

Die übrigen Flüchtlinge, auch die in Halen untergebrachten , hätten jetzt zumeist auch Internet und würden darüber sicherlich auch Kontakt zu ihren Familien aufnehmen. „In Halen haben die jetzt einen Großbildfernseher“, sagt Hans-Jürgen Rehberg und ergänzt: „Der Frank hat da vor der Küche auch einen Billardtisch aufgestellt. Der wird sehr gut angenommen.“

Rehberg selbst hat gerade eine kleine Gefriertruhe für die Unterkunft in Halen organisiert: „Da können die ihre Hähnchenschenkel drin aufbewahren. Ich kann ja nicht jede Woche mit denen zum Einkaufen fahren!“